Anti-Doping-Tests beim DFV ab 2017

nada_logo_2014Zweiter Teil der Aufklärungsserie des DFV zum Thema Anti-Doping – von Katharina Hafer

Doping ist ein aktuelles Thema. Immer wieder müssen die Methoden und Tests aufgefrischt werden, um die neusten Dopingvergehen aufdecken zu können und so viele Sportler wie möglich vor den gefährlichen Substanzen zu schützen und vor unfairen Wettkampfbedingungen zu bewahren. Um dies auch im Frisbeesport zu etablieren und den Kampf gegen Doping zu unterstützen, hat der DFV einen Vertrag mit der NADA vereinbart. So wurde beschlossen, dass ab dem Jahr 2017 in den 1. Ligen im Ultimate outdoor der Erwachsenen Dopingtests stattfinden. 

Dies betrifft alle Teams, die an einer Deutschen Meisterschaft der Erwachsenen in der 1. Liga teilnehmen, jedoch nicht die Junioren- oder Master-Divisionen. Das bedeutet, dass alle Teams als „Guardians of the Spirit“ (§ 1, WFDF-Regeln) dazu aufgerufen werden ihre Spielerinnen und Spieler diesbezüglich zu informieren und Teamkollegen darüber aufzuklären, was in Zukunft zu beachten ist. Oft werden die Sporttreibenden kontrolliert, die auf den oberen Plätzen sind. Jedoch kann die NADA frei entscheiden, wer tatsächlich ausgewählt wird. Im Jahr 2016 gab es bereits NADA-Infostände bei den deutschen Meisterschaften im Ultimate outdoor der Erwachsenen in Dresden und der Junioren in Celle.

Basiswissen für Athlethen

Gemeinsam-gegen-Doping_smallUm alle Beteiligten darauf vorzubereiten und für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren, hat sich der DFV zur Aufgabe gemacht die Mitglieder über Doping selbst, deren Kontrollen und zusätzlich über Medikamente und die umstrittenen Nahrungsergänzungsmittel aufzuklären. Dabei wird dazu geraten sich selbstständig diesbezüglich zu informieren. Wichtig ist, dass die Informationen möglichst alle Spielerinnen und Spieler erreichen, denn alle möchten und sollen unter fairen Bedingungen ihre Sportart betreiben können.

Doping beginnt oft mit Medikamenten und dem Unwissen darüber, welche Inhaltsstoffe verboten sind. Werbung und Gesellschaft verharmlosen zudem deren Gebrauch. Im Leistungsport kommen dann erschwerend die Erwartungen von Geldgebern, Trainern oder den Medien dazu, die eine schnelle Genesung nach einer Grippe, oder einer kleineren Verletzung mit Hilfe von Medikamenten unterstützen oder sogar vorschreiben.

Schon der Besitz oder der Handel von verbotenen Substanzen, die versuchte Einnahme oder Anwendung einer verbotenen Methode zählt als Dopingverstoß. Auch die Weigerung eine Dopingprobe abzugeben gehört dazu und natürlich jede Art von Betrug oder Bestechung, die während oder nach der Kontrolle geschieht.

Dopingfallen

nada-medikameenteMedikamente sind die häufigsten Dopingfallen. Nicht alle Ärzte vergleichen die Inhaltsstoffe mit der verbotenen Liste und verschreiben Medikamente, die in einer Dopingkontrolle getestet werden. Aber auch gängige Medikamente, wie verschiedene Nasen- oder Asthmasprays, manche Schmerz- und Erkältungsmittel enthalten Inhaltsstoffe, die zu Doping gehören. Oftmals ist auch nicht der Hauptwirkstoff, sondern ein Beimittel die Dopingfalle. Doch egal, ob es solche vermeintlich harmlosen Medikamente, oder Verschreibungen vom Arzt betrifft, sollte jede Sportlerin und jeder Sportler nachprüfen, ob einer der Inhaltstoffe auf der schwarzen Liste steht. Die NADA bringt es hier auf ihrer Internetseite über Medikamente auf den Punkt.

Deshalb hat sie ein Verzeichnis erstellt (NADAmed) auf der alle Substanzen von Medikamenten mit dem Vermerk aufgelistet sind, ob oder in welchen Mengen diese verboten, oder toleriert werden.

Für Sportler mit chronischen Erkrankungen, die durch Medikamente mit dopingrelevanten Substanzen behandelt werden, muss ein Antrag auf eine medizinische Ausnahmeregelung (TUE) gestellt werden. Erst, wenn diese genehmigt ist, darf das Medikament weiter eingenommen werden.

Cannabis wird oft außerhalb des Trainings konsumiert. Generell ist der Gebrauch dieser Substanz in Deutschland verboten, also auch im sportlichen Wettkampf. Cannabis steht aber auch auf der Dopingliste, weil es die Wahrnehmung der Athletinnen und Athleten stört und diese so bereit sind ein höheres Risiko einzugehen. Es dient der eigenen Sicherheit und die der Mitspieler und Gegner. Eine Dopingfalle ist Cannabis deswegen, weil es noch nach mehr als vier Wochen im Körper nachgewiesen werden kann. Auch, wenn der Drogenkonsum schon länger her ist, können dopingrelevante Mengen gefunden werden. Ein Dopingtest würde schwerwiegende Konsequenzen mit sich ziehen.

nada-mohnkuchenIn alltäglichen Lebensmitteln können auch Spuren von verbotenen Inhaltstoffen gefunden werden. Mohn zum Beispiel enthält Morphin, das in vermehrten Mengen in einem Dopingtest auffällt. Auch in verschiedenen asiatischen Tees kommt immer wieder Ephedrin, Oxilofrin oder Methylhexamin, die auch auf der Dopingliste stehen.

Die umstrittenste Dopingfalle sind wohl die Nahrungsergänzungsmittel (NEM). Wie der Name schon verrät, sind sie als Ergänzung der Nahrung gedacht. Genau das aber ist das Risiko. Da NEM nicht apothekenpflichtig sind können sie sich der strengen Inhaltskontrollen entziehen und sind in Supermärkten und Drogerien frei verkäuflich. Im Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln wurden verschiedene NEM auf zusätzliche Inhaltstoffe, die nicht auf der Packung stehen getestet. 14,8% der getesteten Artikel wiesen anabol-androgene Stoffe auf; Stoffe, die auf der Dopingliste stehen. Oft wissen sogar die Hersteller selber nicht darüber Bescheid.

Nicht nur wegen der fraglichen Inhaltstoffe werden NEM oft kritisiert. Auch die Notwendigkeit wird häufig angezweifelt. Wer sich ausgewogen und gesund ernährt ist nicht auf NEM angewiesen. Im Gegenteil. Die unnatürlich hohe Konzentration an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Substanzen der NEM führen häufig zu Nebenwirkungen und kann dem Körper in manchen Fällen auch schaden.

„Solltest du aufgrund der Einnahme eines Medikamentes oder Nahrungsergänzungsmitteln mit einer verbotenen Substanz positiv getestet werden, so liegt dies in deiner Verantwortung. Hierbei spielt es zunächst keine Rolle, ob deine Eltern oder dein Arzt dir dieses Präparat gegeben haben. Du bist selbst dafür verantwortlich, was in deinen Körper gelangt!“

In der westlichen Gesellschaft treten echte Nährstoffmangel nur noch äußerst selten auf. In einem solchen Fall ist es sicherer sich an Ärzte, oder Ernährungsberater zu wenden. Ergänzungsmittel aus Apotheken haben höhere Qualität, unterliegen strengeren Kontrollen und Apotheker müssen zusätzlich auf Nebenwirkungen oder gefährliche Kombinationen mit anderen Arzneimitteln hinweisen.

Weitere Informationen

Auf der Internetseite Gemeinsam gegen Doping finden sich viele weitere spezifische Informationen zu Ursachen von Doping, Konsequenzen, Ernährung und weiteren relevanten Fakten. Neben den Auskünften gibt es einen Doping Quiz, in dem das eigene Wissen über Doping getestet werden kann. Zusätzlich werden noch weitere Artikel auf der DFV-Seite veröffentlicht. Bisher erschienen sind:

04.04.2016: Zusammenarbeit zwischen NADA und DFV, http://www.frisbeesportverband.de/index.php/zusammenarbeit-zwischen-nada-und-dfv/

10.05.2016: Das Bewusstsein gegen Doping schärfen, http://www.frisbeesportverband.de/index.php/das-bewusstsein-gegen-doping-schaerfen/

Weitere Informationen und die Kontaktdaten zum Anti Doping-Beauftragten des DFV, Dr. Jascha Wiechelt: http://www.frisbeesportverband.de/index.php/ausbildung/anti-doping/.


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