Generalprobe vor Perth in Bologna

Das deutsche U24 Open Ultimate-Nationalteam aka „Eagles“ traf auf Österreich, die Schweiz, Großbritannien und Italien. Von Tim Buchholz

Am 11./12. November 2017 reiste das deutsche U24 Open Nationalteam nach Bologna, um sich mit der europäischen Konkurrenz zu messen. Es wurde ein Vorbereitungsevent für die anstehende U24 Ultimate-Weltmeisterschaft im Januar 2018 in Perth zusammen mit den U24-Teams der Schweiz, Österreichs, Großbritanniens und Italiens gespielt.

Bereits für Freitagnachmittag war eine kurze Trainingseinheit angesetzt, bei der sich das Team noch einmal aufeinander einspielen konnte und diverse Taktiken wiederholt wurden. Am Abend stand ein Teamtreffen an.

Dabei wurde in Gruppen erörtert, wie man das eigene sowie die anderen teilnehmenden Teams unter den Gesichtspunkten „körperliche Fitness & Agilität“, „mentale Stärke & Teamverhalten“ sowie „taktisches Verständnis“ einschätzt und auf einer Skala einordnet. Dies diente dazu, sich bewusst zu werden, wo das Team momentan im Vergleich steht und was noch verbessert werden muss. Die vorherrschenden Wettkampfbedingungen waren daher ein gute Möglichkeit, an den Punkten mentale Stärke und Taktik zu arbeiten.

Nachlässigkeiten in der zweiten Halbzeit

Am Samstagmorgen hieß der erste Gegner Österreich. Das deutsche Team wurde von Beginn an seiner Favoritenrolle gerecht, zog mit einigen Breaks davon und sicherte sich die Halbzeit. Vergaben die Österreicher in der ersten Halbzeit noch leichtfertig Scheiben, konnten diese ihre Offense nun etwas sicherer gegen die deutsche Zone gestalten. Auf der anderen Seite wurden die „Eagles“ etwas nachlässiger und verschenkten ein paar Punkte. Trotz des Nachlassens in der zweiten Hälfte siegten die Deutschen souverän mit 15:8.

Als zweiten Gegner hatte das Team nach einer nur 30-minütigen Pause Großbritannien vor sich. Diese zu schlagen stellte eine deutlich schwierigere Aufgabe dar. Einige der Spieler, welche bereits 2015 in London dabei waren, hatten die bittere Niederlage gegen GB im Viertelfinale nicht vergessen und sahen die Chance auf eine Revanche.

Das Aufeinandertreffen entwickelte sich zu einem heiß umkämpften und körperlichen Spiel auf Augenhöhe und hohem Niveau, bei dem sich die deutsche U24 mit 8:7 die Halbzeit sichern konnte. Auch in der zweiten Hälfte gab sich keines der beiden Teams die Blöße und es wurde um jede Scheibe gekämpft. Zum Schluss brachten die Briten an einem sehr windstillen Tag ein paar lange Schüsse mehr an als die Deutschen und gewannen knapp mit 15:13. Trotz der Niederlage zeigte das Team eine sehr gute Leistung und bewies auch in der Schlussphase mentale Stärke.

Als dritte und letzte Partie des Tages spielte man gegen die Schweiz. Auch hier hielt das deutsche Team die Intensität aufrecht und gewann mit 15:8. Dennoch schwächelten die Eagles wieder etwas in der zweiten Hälfte.

Am Samstagabend und mit Spanferkel gefüllten Mägen gab es ein erneutes Teamtreffen. Das Einschätzen von Teams unter den Aspekten der Physis, Mentalität und Taktik wurde dabei wiederholt. Dieses Mal sollten neben Deutschland, Italien und GB allerdings die Nationen USA, Kanada, Australien und Japan eingeordnet werden. Dies sollte eine Übersicht und Bewusstsein schaffen, wo man im weltweiten Vergleich ungefähr steht.

Die Chance auf Revanche gegen Italien

Am Sonntagmorgen ging es gegen Italien. Beide Teams trafen im Laufe des Jahres bereits bei einem gemeinsamen Trainingslager in Heidelberg aufeinander. In beiden Testspielen in Heidelberg mussten sich die Deutschen gegen ein sehr starkes italienisches Team geschlagen geben. Auch an diesem Wochenende zeigten die Italiener ihre Stärke, indem sie mit 15:10 gegen GB gewannen.

Die Eagles starteten siegeshungrig und konzentriert in die Partie. Das Spiel war mit ein paar Breaks auf jeder Seite und hoher taktischer Variabilität bis zur Halbzeit sehr ausgeglichen. Diese konnte Deutschland mit 8:7 holen.

Nach der Pause ging es weiter wie zuvor: Sehr umkämpft und hochklassig. Am Ende ging es nach ein paar vergebenen Chancen der Deutschen, mit mindestens 2 Punkte davonzuziehen, in den Universe Point. Die Eagles starteten mit der Defense, schafften es den entscheidenden Turnover zu generieren und punkteten zum 14:13-Sieg. Mit der geglückten Revanche zeigte das deutsche Team seine bisher stärkste Leistung. Dank der hervorragenden Defense, hielt sich Deutschland zu jedem Zeitpunkt im Spiel. In der Schlussphase brach das Team nicht ein, sondern hielt dem Druck stand und spielte selbstbewusst.

Der Modus sah nun eigentlich vor, dass im Anschluss an die Round-Robin Phase Platzierungsspiele ausgetragen werden. Durch den Sieg gegen Italien hätte das deutsche Team noch einmal gegen Italien im Finale spielen müssen. Nach einer Besprechung der Coaches aus den jeweiligen Teams untereinander kam man zu dem Ergebnis, dass dies nicht zielführend sei. Daher bekam Deutschland nochmals Österreich als Gegner.

Die letzte Pause zwischen den Spielen wurde für eine letzte Teambesprechung genutzt, bei der das gemeinsame Teamziel für Perth festgelegt wurde. Im Anschluss schafften es die Eagles trotz eines sehr kurzen Warmups, mit hoher Intensität und Konzentration ins Spiel zu starten. Abermals gestaltete sich die Begegnung relativ einseitig zugunsten der Deutschen, die ihren letzten Sieg in verkürzter Spielzeit mit 13:8 einfahren konnten.

Zurückblickend war es ein gelungenes Wochenende für die deutsche U24 Open-Nationalmannschaft rund um die Coaches Tim Buchholz, Jörg Reinert und David Schall. Das Team hat in jedem Spiel seine Leistung abrufen und den Zusammenhalt untereinander verstärken können. Die Eagles haben gezeigt, dass sie in allen Belangen auf einem sehr guten Weg sind. Bis zum finalen Trainingslager am 2./3. Dezember in Darmstadt und bis zur WM im Januar gilt es nun für jeden Einzelnen noch einmal die individuelle Fitness zu verbessern.


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