In Schlagdistanz zur EM-Medaille

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Beim Windmill Tournament absolviert das deutsche Mixed-Rasen-Nationalteam den letzten Härtetest vor der Europameisterschaft in Ungarn und erzielt den vierten Platz – von Andi Huber, Fotos von Illia Shypunov

Kurz vor dem anstehenden Großereignis blickte ganz Frisbee-Europa gespannt auf das Windmill Tournament in Amsterdam. Auch das deutsche Mixed-Nationalteam trat Mitte Juni dort an, um sich zum letzten Mal vor der EM Anfang Juli mit hochklassigen Gegnern zu messen. Die deutschen Trainer Heiko Walldorf und Philipp ‚Hardi‘ Hartmann legten vor dem Turnier ihre Erwartungen und Ziele für das Wochenende fest:

„Wir waren noch zu keiner Zeit so ein vollständiger Kader wie jetzt. Mit nur einer fehlenden Person ist unser größtes Ziel eine gute Synergie und Atmosphäre zwischen den SpielerInnen zu schaffen. Gleichzeitig wollten wir die Positionen der SpielerInnen im Team weiter festigen und letzte Unstimmigkeiten beseitigen. Ein weiterer Aspekt ist das Spielzeitmanagement – hier wollen wir die SpielerInnen das Gefühl erfahren lassen, nach einigen Punkten auf der Sideline wieder auf 100% zu fahren. Platzierungstechnisch wären wir mit einem nicht-Erreichen des Viertelfinales enttäuscht.“

In den ersten zwei Runden des Swiss-Draw Spielmodus konnte die deutsche Mannschaft zwei ungefährdete Siege einfahren (15:6 gegen McDuff aus Sydney, 15:3 gegen die belgische Mixed-Nationalmannschaft). In Runde 3 wartete auf das deutsche Team dann mit Frankreich der erste Härtetest. Die französische Nationalmannschaft zeigte von Anfang an eine bärenstarke Vorstellung und war den deutschen SpielerInnen sowohl in der Offensive als auch in der Defensive leicht überlegen. Zusätzliche eigene Fehler führten am Ende zu einer ernüchternden 7:13 Niederlage, die am Abend von Team und Trainern analysiert und aufgearbeitet wurde.

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Aufgrund von nächtlichem Starkregen verschob sich der Spielplan am Samstag zunächst. Letztendlich wurden die folgenden Spiele verkürzt ausgetragen und für das deutsche Team ging es in Runde 4 gegen die Shenanigans aus Las Vegas. Auf die unkonventionelle, risikoreiche Offensive der starken US-AmerikanerInnen konnte die deutsche Mannschaft keine adäquate Antwort finden – Endstand 14:9. In der entscheidenden Swiss-Draw Runde 5 traf das Team auf die irische Nationalmannschaft, gegen die Deutschland auch in der Gruppenphase der EM antreten wird. Hier musste ein Sieg her, um den Einzug ins Viertelfinale in jedem Fall abzusichern.

Auf den Punkt schaffte es die deutsche Mannschaft, ihr gesamtes Potential abzurufen. Druck auf das männerdominierte Handling des irischen Teams und eine effiziente eigene Offensive ermöglichten den klaren 10:6 Endstand. Eine ähnlich starke Vorstellung gelang im Viertelfinale. Mit einem 12:8 Sieg über Guayota aus Spanien sicherte sich das Team einen Platz im Halbfinale, in dem der Gegner erneut die französische Nationalmannschaft war.

Allen Spielerinnen und Spielern war klar, dass eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Vortag nötig sein würde, um das Finale zu erreichen. Nach zwei frühen Breaks der Gegner stand das deutsche Team aber bald mit dem Rücken zur Wand.  Nach der Halbzeit konnte die Mannschaft allerdings zeigen, dass sie mit dem Druck umzugehen wusste und besser auf das französische Spiel eingestellt war. Den deutschen Lines gelangen zwei Breaks in Folge und das Spiel wurde zum 9:9 ausgeglichen. Es folgte ein sauberer Offensivpunkt der Gegner, anschließend konnte das deutsche Team die eigene Offensive aber nicht verwandeln – nach mehreren weiteren Turnovern punkteten die französische Mannschaft zum 9:11 Endstand.

Gegen die Shenanigans ging es am Sonntagmorgen um die Bronzemedaille. Auch hier zeigte das deutsche Team eine deutlich bessere Leistung als im ersten Aufeinandertreffen, aufgrund unglücklicher individueller Fehler konnte eine Niederlage im Universepunkt (10:11) allerdings nicht abgewendet werden.

Das Fazit der Trainer fällt trotz der verpassten Medaille positiv aus:

„Wir sind mit dem vierten Platz sehr zufrieden. Wir haben uns über das Turnier stetig verbessert und sind weiter zusammengewachsen. Wir haben es geschafft die Kommunikation der SpielerInnen untereinander, aber auch zwischen Trainern und SpielerInnen zu verbessern. Die Niederlagen, die uns den Finaleinzug und die Medaille verwehrt haben, waren knapp und lehrreich.“

Auf die Frage nach der Zielformulierung für die Europameisterschaft antwortete Hartmann:

„Bedenkt man die guten Leistungen beim Danish Invite gegen Großbritannien und hier auf dem Windmill gegen Frankreich, ist eine Medaille ein toller Abschluss einer Zwischenkampagne auf dem Weg zu WM; Der Titel Europameister ist aber definitiv in Reichweite!“

Die Rasen-Europameisterschaft mit deutscher Beteiligung in allen drei Divisionen findet vom 29. Juni bis 06. Juli 2019 im ungarischen Györ statt. Das erste Gruppenspiel der deutschen Mixed-Mannschaft gegen Russland wird live auf Fanseat übertragen (Sonntag, 30. Juni, 9:15 Uhr). Mehr Windmill-Impressionen unter https://www.facebook.com/ishypunov.ultimate.photo/


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