Ultimate an Schulen

In Deutschland spielt Ultimate an Schulen seit etwa 20 Jahren eine zunehmend stärkere Rolle. In Bayern ist Ultimate bereits in den Schulsport integriert, in den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz, Hamburg und Schleswig-Holstein, sowie in Berlin ist seit fünf bis zehn Jahren eine kontinuierliche Aktivität auf Seiten der Sportlehrerbildung zu verzeichnen. Jährlich werden dabei etwa 300 dieser Multiplikatoren erreicht, Tendenz steigend. Im Gegensatz zu den Sportlehrern in Skandinavien, die Ultimate längst landesweit fest in ihre Sportlehrpläne integriert haben (wie z. B. in Schweden), wird die Lehrerschaft in Deutschland mit Fortbildungsangeboten im Ultimate leider bisher nur teilweise erreicht .

Die Entwicklung der deutschen Sportrahmenpläne weg von traditionellen Sportarten, hin zu „Bewegungsfeldern“ bietet Ultimate als neu zu entdeckende Trendsportart an, die viele fordernde Sportspielelemente verbindet. Die wichtigsten Aspekte von Ultimate für Lehrerinnen und Lehrer sind dabei:

  • Der einfache Einstieg auf meist einheitlichem Kenntnisstand bei eher geringem Materialaufwand,
  • das problemlose Zusammenspiel zwischen Mädchen und Jungen (coedukatives Spiel),
  • das kontinuierlich notwendige Zusammenspiel (da der Fänger jeweils stehen bleiben muss),
  • die geforderte Selbstverantwortung im Sinne eines Streitschlichtungskonzepts,
  • sowie die hohen koordinativen Fähigkeiten, die der Sport den Spielern abverlangt.

Die Beteiligung von Schülerteams an eigenen Turnieren, seit einigen Jahren auch auf eigenen  Deutschen Meisterschaften im Junioren Ultimate, ist seit Jahren stetig steigend. Aus der Ultimate-Szene stammende Sportpädagogen können sehr fundierte Angebote in den Sportunterricht mit einbringen. Gleichzeitig bestehen bereits zahlreiche sportwissen­schaftliche Arbeiten, die sich mit praktischen und methodischen Aspekten der Einführung von Ultimate an Schulen befassen. An der Uni Mainz gehört Ultimate zum Wahlpflichtteil des Sportlehrerstudiums, am Hamburger Gymnasium Ohlstedt kann man sogar seine sportliche Abiturprüfung in Ultimate bestreiten.

Viele Sportlehrer, die Ultimate extern kennenlernen, probieren den Teamsport im Unterricht aus, ohne dass dies von Verbandsseite registriert oder unterstützt werden könnte. Diese Situation wird durch die flächendeckende Gründung von Frisbeesport-Landesverbänden absehbar verbessert. Dies erhöht die Aussicht viele Talente zu entdecken, beziehungs­weise ihr Interesse für diesen Sport zu wecken, was bisher nur eingeschränkt möglich war.

Für die Verbreitung der Bekanntheit von Ultimate als leistungsorientierter Sport und das Sichten von bislang schlummernden Talenten ist der Ausbau an Fortbildungsangeboten für Vereinstrainer und Sportlehrer eine zentrale Herausforderung. Hierzu hat der Deutsche Frisbeesport-Verband den Bildungsvorstand Ralf Simon dafür gewinnen können eine Ausbildungsordnung zu entwickeln. Das in Arbeit befindliche Dokument sieht Ausbildungen zum Erwerb einer Zertifizierung analog zu C-Lizenzen in Richtung Ultimate, Disc Golf sowie Frisbeesport Breitensport vor. Eine offizielle Vergabe von Lizenzen ist jedoch erst möglich, sobald der DFV die DOSB-Mitgliedschaft erreicht hat.

Aktuell geht es um das weitere Ausarbeiten der Materialien zur Durchführung von 60 Basis-Unterrichtseinheiten (erstmals im Herbst 2015) sowie weiteren 60 Aufbau-Einheiten in Richtung Ultimate (erstmals im Frühjahr 2016), in Richtung Discgolf und in Richtung Frisbeesport Breitensport, jeweils analog C-Lizenz. Hierzu wurde ein Ausbildungsausschuss gegründet. Die Folgeausbildungen analog B-Lizenz befinden sich ebenfalls in Planung.

Ausbildungsausschuss: ausbildung@frisbeesportverband.de