ECBU2013: Deutsches Mixed-Team holt Bronze

9174310261_7867c9f73d_zHohe Erwartungen bei den Europa-Meisterschaften im Beach-Ultimate Frisbee erfüllt

Die Erwartungen an das deutsche Mixed-Nationalteam bei den Europameisterschaften im Beach Ultimate Frisbee im spanischen Calafell bei Barcelona waren groß: Als Titelverteidiger nach der letzten EM und Silbermedaillen-Gewinner bei den Weltmeisterschaften im Jahr 2011 wurde das starke deutsche Team als einer der Top-Favoriten für den Titel gehandelt. Von Margit Müller

Die Bedingungen schienen zu Beginn allerdings nicht optimal zu sein: Einige Verletzungen und das schlechte Wetter in Deutschland zu Jahresbeginn beeinflussten die Vorbereitung erheblich. „Die Beach-Saison war kurz- ich bin froh, dass alle Spieler ins Turnier gefunden haben, auch wenn wir wetterbedingt auf ein Trainingslager verzichten mussten und nur zwei Vorbereitungsturniere hatten, um als Team zusammenzuwachsen“, so Coach Rüdiger Veitl.

Doch von der mangelhaften Vorbereitung war in der Gruppenphase der Europameisterschaften nichts zu merken. Bereits im ersten Spiel des Turniers in der Arena setzten sich die Deutschen deutlich gegen Gastgeber Spanien 13:7 durch. Auch die beiden weiteren Gruppenspiele des ersten Spieltags gegen Ungarn (13:1) und die Schweiz (13:7) konnte „Sandsturm“ - wie das deutsche Mixed-Team auch genannt wird - durch eine harte und ambitionierte Defense sowie kluge Entscheidungen und sichere Pässe in der Offense deutlich für sich entscheiden.

Nach einem erneut deutlichen Sieg gegen Italien am zweiten Spieltag (13:2) ging es gegen das Nationalteam aus Schweden. Diese waren bis zu diesem Zeitpunkt in der Gruppe ebenfalls ungeschlagen und galten wie Deutschland als Anwärter auf den Europameistertitel in der Mixed-Division. Die Skandinavier zeigten sich zu Beginn vom Spiel der Deutschen nur wenig beeindruckt und konnten 2:0 in Führung gehen. Eine Umstellung der Verteidigungstaktik und spektakuläre Catches in der Offense ließen die Deutschen das Spiel jedoch direkt in der wichtigen Anfangsphase zum 4:2 drehen. „Ab diesem Moment habe ich keine Sekunde mehr daran gezweifelt, dass wir dieses Spiel gewinnen“, sagt Michy Schulenberg, der Kapitän des Teams. Und so war es auch: mit einem überraschend deutlichen 12:7 zog der „Sandsturm“ ungeschlagen ins Viertelfinale ein und sollte am Samstagmorgen auf das Team aus Polen treffen.

Das Viertelfinale erwies sich als ein Duell auf Augenhöhe und blieb bis zum 5:5 ausgeglichen. Doch erneut war es die enge Mann-Verteidigung, die den Deutschen einen letztendlich doch sehr deutlichen Sieg gegen die Polen und damit das Halbfinale sicherte: finaler Spielstand 13:8.

Eine ungünstige Konstellation des Spielplans stellte das Mixed-Team vor eine besonders große Herausforderung: wieder lautete der Gegner Schweden. Doch diesmal ging es um mehr als um den Gruppensieg, und die Nervosität war den Deutschen in den ersten Punkten des Halbfinales deutlich anzumerken. Fehler im Angriff und eine schläfrige Defense ließen die Deutschen 3:0 zurückfallen. Von Selbstsicherheit und positiv-motivierter Körpersprache, wie sie die Deutschen im ersten Spiel gegen Schweden zeigten, war nicht viel zu sehen. Ein kurzes Aufbäumen brachte das Mixed-Team zwei Punkte an die Schweden heran, doch nach der Halbzeit (3:7) zogen die Skandinavier mit sicheren langen Würfen und durch viele individuelle Fehler der deutschen Spieler weg und ließen deren Traum auf Gold mit einem 11:4-Sieg platzen.

Coach Rüdiger Veitl konnte nach Abklingen der anfänglich großen Enttäuschung das Spiel wieder neutraler betrachten: „Schweden war in diesem Spiel das klar bessere Team - wir haben verdient verloren. Hier hat sich die kurze Vorbereitung und das wenige Aufeinander-Einspielen in der Offense bemerkbar gemacht.“ Da Irland das andere Halbfinale der Mixed Division deutlich gegen Portugal gewinnen konnte, traf „Sandsturm“ im kleinen Finale, dem Spiel um Bronze, auf Portugal.

Anders als gegen die bisherigen starken Gegner starteten die Deutschen diesmal gut ins Spiel und gingen 3:1 in Führung. Die Portugiesen holten den Rückstand aber wieder auf und so entpuppte sich der Kampf um Bronze zu einem engen Duell bei dem die Punkte hin- und hergetauscht wurden. Nach Ablauf der Zeit stand es 9:9 – der letzte Punkt sollte entscheiden, wer die Medaille mit nach Hause nehmen darf. Mit einem spektakulären Layout-Catch nach einem Pass von Kapitän Michy Schulenberg sorgte Nici Prien dafür, dass das Team des Deutschen Frisbeesport-Verbands nach einem spannenden Spiel Bronze gewinnen konnte.

Schweden bezwang Irland im Finale der Mixed Division später deutlich mit 12:4.

„Klar war das eigentliche Ziel die Goldmedaille - aber wir sind nach dem Verlauf des Turniers mit Bronze hoch zufrieden. Außerdem können wir als einziges Team behaupten, den Europameister in der Vorrunde deutlich geschlagen zu haben“, sagt Rüdiger Veitl und grinst.

Doch nicht nur das Mixed-Team konnte Edelmetall gewinnen: Die Medaillenbilanz der deutschen Teams bei der Europameisterschaft ist beeindruckend, 5 Medaillen in 7 Divisionen konnten sie erringen. Diese herausragende Leistung spricht für die positive Entwicklung des Frisbeesports in Deutschland. Doch die ist auch für die Trainer und Spieler des deutschen Mixed-Teams noch längst nicht abgeschlossen: „In 2 Jahren bei den Beach-Weltmeisterschaften wollen wir wieder angreifen“, so Rüdiger Veitl.  Was ungesagt bleibt: Das Ziel 2015 wird dasselbe sein. Und Zweifel darüber, es beim nächsten Mal zu erreichen, gibt es im Team keine.