DFV Bildungs-Vorstand und adh-Disziplinchef Ultimate Ralf Simon zum aktuellen Ausildungskonzept

DFV: Ralf, bei der JHV hast Du nach einem Jahr als Vorstand für Bildung und Wissenschaft ein Ausbildungskonzept vorgelegt. Welche Ziele verfolgt dieses Konzept?

Ralf: Das Konzept verfolgt im Grossen und Ganzen drei Ziele. Zum einen ist das Konzept so angelegt, dass wir mittelfristig eine Anerkennung beim DOSB anstreben können. Zum zweiten soll eine gute Ausbildung für Fachübungsleiter und Trainer in den verschiedenen Frisbeesportarten gewährleistet werden. Zum dritten ist es wichtig möglichst von Anfang an verschiedensten Interessengruppen einen Start in die Ausbildung erlauben.

DFV: Was sind für Dich hierbei die wichtigsten Punkte, die es bei der weiteren Entwicklung zu beachten gilt?

Ralf: Es gilt eine vernünftige Modularisierung zu finden, um sportartübergreifende Felder in größeren Gruppen unterrichten zu können. Des Weiteren ist es notwendig mit ausgewählten Personengruppen die Module mit vernünftigen Inhalten zu füllen. Meines Erachtens existiert eine Menge an Wissen zu den verschiedenen Frisbeedisziplinen im Verborgenen. In Frisbeedeutschland weiß jeder so ein bisschen von der Sportart, wobei dieses bisschen sehr viel oder sehr wenig sein kann. Dieses Wissen müssen wir zusammentragen und strukturieren, damit in einer Trainerausbildung alle davon profitieren können.

DFV: Welche Vorteile dürften Jugend-, Studenten- und Vereinsspieler auf lange Sicht von einer Trainerausbildung haben, worin besteht der konkrete Nutzen für jeden einzelnen?

Ralf: Auf lange Sicht müsste das Niveau in den Frisbeesportarten steigen. Die sportlichen Leistungen von Sportlern werden weitgehend vom Wissen der Fachübungsleiter und Trainer in Theorie und Praxis und deren Vermittlungskönnen bestimmt. Wenn man mehr und vielleicht auch detailliertere Kenntnisse über Training und Frisbee hat, müsste man besser und effektiver trainieren können. Dadurch sollte sich dann auch das technische, taktische und athletische Niveau der Sportler verbessern.

DFV: Wie lange dürfte es realistisch etwa dauern, bis diese ersten Vorstöße zu einer Ausbildungsordnung hinsichtlich standardisierter Trainingsmethoden, Taktiken und Fertigkeiten an der Frisbeesport-Basis ankommen?

Ralf: Ich denke, das wird unmittelbar nach Beginn der ersten Lehrgänge stattfinden. Allerdings ist der Weg bis dahin sicherlich noch weit. Es bedarf noch einer Reihe von Abstimmungen und Diskussionen, bis wir soweit sind. Irgendwann werden wir dann einfach loslegen müssen, um mit den neuen Erfahrungen anschließend wieder weiterzuarbeiten.

DFV: Neben der Trainerausbildung verfolgst Du das Ziel, eine möglichst internationale Übersicht über die bestehenden wissenschaftlichen Arbeiten zum Frisbeesport anzulegen. Mit welchem Ziel?

Ralf: Zuerst geht es um eine Bestandsaufnahme. Im pädagogischen Bereich gibt es bereits eine große Anzahl von Veröffentlichungen primär im Schul- und Freizeitsport. Im leistungsorientierten Bereich gibt es bei weitem nicht soviel. Hier sehe ich eine große Lücke zwischen dem was vermittelt wird und dem was wir tatsächlich von den Sportarten wissen. Ich denke ein fundiertes und umfassendes wissenschaftliches Hintergrundwissen ist hilfreich, um Frisbeespieler sinnvoll auszubilden. Dabei ist es wichtig, dass Trainer und Fachübungsleiter im Trainingsalltag dieses Wissen umsetzen können.