Interview mit den neuen Deutschen Meisterinnen im Hallen-Ultimate 2011, Melanie „Melli“ Neunerdt, Ines Ponten und Bettina „BB“ Schäfer von den Frizzly Bears Aachen

DFV: Melli, Ines und BB, Gratulation zum ersten Gewinn eines Damentitels der Aachener Frizzly Bears! Hattet Ihr im Vorfeld mit diesem Triumph gerechnet?

Melli, Ines, BB: „Gerechnet" ist vielleicht etwas zu viel gesagt, aber ja - es lag durchaus im Bereich des Möglichen. Wir haben in dieser Indoor-Saison bereits auf diversen anderen Turnieren sehr erfolgreich gespielt.

DFV: Auf der Damen A-Relegation in Augsburg wart Ihr noch den Berlinerinnen "JinX" unterlegen. Konntet Ihr Euch über das Reli-Turnier zur DM hin noch einmal steigern?

Melli, Ines, BB: Wir konnten in unserem Team im Verlauf der Saison durch konsequentes Training und der Teilnahme an zahlreichen Turnieren eine stetige Leistungssteigerung beobachten. Sowohl erfahrene Spielerinnen, als auch Aachener Frauen, die erst ein Jahr dabei sind, haben ihren Teil dazu beigetragen, dass auf der DM dann einfach alles gestimmt hat. So konnten wir in den entscheidenden Momenten unsere Nerven behalten und unsere Höchstleistung abrufen.

DFV: Bei der DM gab es sogar zwei Niederlagen im Round Robin, gegen die späteren Finalgegnerinnen "Erdferkelinnen" Marburg und gegen "MissConnection" Freiburg, beide aber erst an Tag zwei. Habt ihr dabei Kräfte gespart oder war die 1. Damen-Liga tatsächlich enger von der Leistungsdichte als je zuvor?

Melli, Ines, BB: Das erste Spiel gegen Marburg war vom Verlauf her fast genau wie das Finale. Und genau wie gegen JinX konnten wir in diesem Fall später im Finale den Vorteil der Revanche nutzen. Aber auch in den anderen Spielen mussten wir uns den Sieg hart erkämpfen. Das spricht natürlich für die steigende Leistungsdichte in der ersten Damenliga. 

DFV: Entscheidend für Euern Erfolg waren sicherlich die vier Siege am ersten Turniertag, zuerst gegen die Titelverteidigerinnen "Woodchicas" Sauerlach und danach gegen "JinX" Berlin. War Euch danach schon klar, dass es in diesem Jahr etwas werden könnte mit dem Titel?

Melli, Ines, BB: Es ist natürlich „voll laser" mit zwei Siegen gegen den Titelverteidiger und eins der stärksten deutschen Damenteams in das Turnier zu starten. Außerdem hatten wir die positiven Ergebnisse unserer Indoor-Saison im Rücken, die uns zum Kampf um den Titel motiviert haben.

DFV: Stimmt der Eindruck, dass mit den "Erdferkelinnen" und Euch tatsächlich die beiden stärksten Teams im Finale standen und dass sie sich ebenbürtig waren (beide Spiele wurden erst in Überzeit entschieden)?

Melli, Ines, BB: Ja, das könnte man so sagen. Und es freut uns, dass wir dadurch den Zuschauern ein spannendes Finale bieten konnten.

DFV: Zur Ursachenforschung: Ist der Zugang der DFV-Damen-Nationaltrainerin Sara Wickström und ihrer Freundin Suse Theimer aus München ein entscheidender Faktor für Eure neue Stärke gewesen?

Melli, Ines, BB: In dieser Saison hatten wir vielleicht Glück und Pech zugleich: Maike - die Freundin von Hans ;-) - hatte unser Team im vergangenen Jahr in Richtung Heidelberg verlassen. Aber durch den Umzug von Sara und Suse ins Rheinland ergab sich für uns eine neue Trainingssituation. Im Verlauf der Saison wurde dann deutlich, dass wir spielerisch gut zusammen passen. Insbesondere Saras taktische Ansagen bereicherten dabei das Aachener Spiel.

Jedoch muss man auch sagen, dass die spielerische Entwicklung vieler Aachener Frauen ihren Ursprung in den zahlreichen internationalen Turnieren mit dem Mixed-Team hatte. 

DFV: Glaubt Ihr, dass die Dominanz der "Woodchicas" der vergangenen Jahre damit Geschichte ist? Und würdet Ihr diesen Umstand als positiv für die deutsche Damen Ultimate-Szene bezeichnen oder als negativ im internationalen Vergleich (in Hinblick auf die EUC-Serie)?

Melli, Ines, BB: Die Woodchicas sind sicherlich nach wie vor ein sehr starkes Team. Aber es ist durchaus positiv, dass es in der Damen-Szene enger geworden ist und sich Nachwuchsarbeit auszahlt. Eine DM ist viel erlebenswerter, wenn nicht von vorneherein feststeht, wer im Finale spielt.

Bzgl der EUC-Serie kann man da aber noch nicht viel sagen, da es in der Outdoor-Saison wieder ganz anders aussehen kann als Indoor.

DFV: Seht ihr in der Aachener Ultimate-Szene  - zusammen mit dem ersten Open-Titelgewinn in der vergangenen Freiluft-Saison - insgesamt einen nachhaltigen Aufschwung? Immerhin habt Ihr Euch auch als Mixed-Team einen sehr guten Namen gemacht.

Melli, Ines, BB: Wir haben in der Vergangenheit schon einmal den Ausdruck: „Aachen ist das neue München" (O-Ton: H.W.) gehört. Aber soweit wollen wir nicht gehen...!"

DFV:  Wie sieht in Aachen die "Rekrutierung" neuer Talente aus, was läuft im Nachwuchsbereich?

Melli, Ines, BB: Im Aachener Ultimate gibt es seit jeher keine Trennung zwischen Unimannschaft und Vereinsteam. So kommen Jahr für Jahr neue Spieler und Spielerinnen dazu. Im ganz jungen Nachwuchsbereich freuen wir uns darüber, dass wir mittlerweile wieder ein Aachener Kinder-Team mit etwa 15 Spielern haben, das fleißig trainiert.

Aachener-Laser-Pullis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DFV: Sind eure neuen Laser-Teampullis das Geheimnis eures Erfolgs?

Melli, Ines, BB: „Nein, Mann!"