Interview mit Matthias Brucklacher aus Düsseldorf, DFV-Junioren-Koordinator und Headcoach der U20 Open-Nationalmannschaft

DFV: Matthias Brucklacher, als Junioren-Koordinator und Trainer der U20-Junioren steht für Dich in diesem Jahr wieder eine Junioren-EM ins Haus. Wie ist der Stand der Vorbereitungen?

Mattes: Hallo erstmal! Die Vorbereitungen laufen gut, wie gewohnt, und wir haben bereits ein tolles Team zusammen! Und das, obwohl das TL Nord noch aussteht – kann also noch besser werden!

DFV: Du hattest bereits das erste Trainings- und Sichtungslager Süd durchgeführt. Wie waren Ablauf und Resonanz?

Mattes: siehe http://ultimatejuniors.blogspot.com/

DFV: Jetzt steht noch das Trainings- und Sichtungslager Nord bevor. Welche Chancen haben Spieler dort noch, sich für die Nationalteams zu empfehlen?

Mattes: Ich erwarte noch 3 bis 4 Spieler, die beim TL Süd nicht dabeisein konnten -. die habe ich in meinen Überlegungen schon eingeplant. Evtl. kommen aber noch starke Spieler, die ich noch nicht auf dem Schirm habe - dann nehm ich die auch mit. Wir müssen ja auch an die Zukunft denken.

DFV: Wie sieht dann konkret der Nominierungsprozess für die beiden Junioren-Teams für die EM in Polen aus?

Mattes: Die endgültige Entscheidung wollte ich nach Amsterdam treffen. Ich werde mich aber mit meinen Captains Jörg und Ruben abstimmen, um auch die Meinung der Spieler zu berücksichtigen.

DFV: Wie groß soll der Kader ungefähr sein, wie homogen wird er sein können?

Mattes: 20 bis 22 dieses Jahr. Ich will dieses Jahr möglichst viele Spieler mitnehmen...

DFV: Worauf werden die anderen Junioren-Coaches und Du bei der Auswahl am meisten achten?

Mattes: Natürlich haben wir in Deutschland nicht so große Auswahl, wie in manch anderen Ländern, aber das wir jeden halbwegs trainierten Spieler mitnehmen wie früher, die Zeiten sind wohl vorbei. D.h. ich merke schon sehr deutlich, wer im Verein eine tragende Rolle hat und welche Ruhe er an der Scheibe ausstrahlt. Diese Spieler haben natürlich Vorteile.

Gut weit werfen können allerdings nicht so viele, das ist mir aufgefallen, das könnte besser werden. Dann spielen neben der Fähigkeit taktische Anweisungen schnell umzusetzen (hat was mit Turniererfahrung zu tun) die Fitness und Schnelligkeit, ganz allgemein die Athletik eine große Rolle. Für einen Defense-Spieler ist die Athletik natürlich erstmal wichtiger. Aber ich will schon komplette Spieler.

DFV: Was steht nach den beiden Trainingslagern dann weiter an Vorbereitung auf dem Programm?

Mattes: Wir spielen das Windmill Windup in Amsterdam und dann versuche ich, eine weitere Vorbereitung zu organisieren...

DFV: Zum Turnier selbst vom 8.-13. August im Polnischen Wrozlaw: Was erwartest Du realistisch von den beiden Junioren-Teams - die U17 gehen als Titelverteidiger ins Turnier?

Mattes: Von beiden Teams erwarte ich das Halbfinale. Es wäre vermessen, von der U17 noch mal den Titel zu fordern, nach einigen altersbedingten Umstrukturierungen. Ich bin aber sicher, dass Max das Beste aus dem Team herausholt.

Für die U20 erhoffe ich mir eine Medaille, das muss das erklärte Ziel sein. Aber die Italiener werden immer stärker und vielleicht gibt es Überraschungsteams, mit denen keiner rechnet. Die Engländer werden stark sein wie immer, dann die Finnen und Schweden muss man immer zum Favoritenkreis rechnen, evtl. auch Frankreich.

DFV: Deine Söhne haben in Rimini gespielt, Du selbst konntest leider nicht (siehe Kurzbericht unter http://www.frisbeesportverband.de/news/786). Was hast Du neben den Trainingsaufgaben für Dich sportlich geplant in dieser Saison?

Mattes: Für mich persönlich muss ich dieses Jahr nach meiner Schulter-Op die Scheibe flach halten, sodass die Junioren eine gewisse Priorität haben. Aber man wird mich schon auch an der Scheibe sehen.