Interview mit DFV-Finanzvorstand Manfred Ketz im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des Deutschen Frisbeesport-Verbandes am 12.11.2011 in Darmstadt

DFV:  Manfred, wie ist die Kassenlage eines Randsportverbandes wie dem unsrigen in einer kurzen Zusammenfassung zu bewerten?

Manfred: Das ist irgendwie schwer zu beantworten. Der DFV-Kasse geht es wahrscheinlich wie vielen anderen in kleinen Vereinen: Sie bewegt sich regelmäßig im kleinen Plus. Vermeintliche Mehreinnahmen durch Zuwächse in den Mitgliedsbeiträgen gehen sofort wieder weg durch neue Ausgaben, die zum Großteil bei den Nationalteams liegen.

DFV: Was sind für den DFV die wichtigsten Einnahme- und Ausgabe-Faktoren?

Manfred: Wichtigste Einnahmen sind – welch Überraschung! – die Vereinsbeiträge sowie die Einnahmen durch DFV-Turniere. Ausgabenseitig sind die Teamgebühren für Nationalteams der größte Faktor, wobei wir dieses Jahr auch zwei neue Teams bei den WBUC angemeldet hatten.

DFV: Stehen deine Präsentation und der Vier-Jahres-Plan schon, hast Du auch schon Rückmeldungen der Kassenprüfer erhalten?

Manfred: Ja – Nein – Zur Hälfte.

DFV: Wie schwer war/ist es für Dich, Dich mit der Materie auseinanderzusetzen?

Manfred: Wenn man etwas Neues übernimmt, ist es am Anfang immer schwer, egal wie gut die Übergabe ist. Freundlicherweise durfte ich im ersten Jahr gleich die Kasse fürs Finanzamt (Körperschaftssteuer) aufbereiten, das dann glücklicherweise auch gut geklappt hat. Hier darf ich natürlich nicht die Hilfe unseres GF JB verschweigen, ohne die ich es nicht so hinbekommen hätte. Ansonsten tu ich mich bei manchen Sachen immer noch schwer, aber solange es niemand merkt, scheint es ok zu sein.

DFV: Welche Aufgaben sind in Hinblick auf die bevorstehende JHV neben der Kassenführung aus deiner Sicht von zentraler Wichtigkeit für den DFV?

Manfred: Momentan diskutieren wir ja über neue Optionen wie die Teamlisten in Ffindr.com neu und besser geführt werden können, und auch die Disc Golfer arbeiten an einer Vereinfachung der Mitgliederkontrolle. Dies ist sicher einer der wichtigen Punkte. Daneben natürlich auch die never ending story der Aufnahme in den DOSB.

DFV: Exkurs: Du warst im Oktober zusammen mit DFV-Präsdient Volker Schlechter in Dresden bei der Verleihung des Fair-Play-Preises des Deutschen Sports an den DFV. Wie ist es überhaupt zu dieser Auszeichnung gekommen?

Manfred: Ist eine lustige Geschichte, die allerdings einen schalen Geschmack hat, wenn ich sie erzähle. Ich weiß nicht mehr genau wann es war, aber Anfang des Jahres stieß ich auf Seite, in der man eine Sportart vorschlagen konnte, die es wert wäre den Fair Play Preis zu bekommen. Ich füllte das Formular aus und vergaß das Ganze, bis der Vorstand eine E-Mail vom DOSB erhielt, wonach der Sport Ultimate den Fair Play Preis erhalten sollte. Kurz danach erhielt auch ich, als Pate, eine Einladung zur Veranstaltung.

DFV: Kannst Du aus Deiner Sicht kurz schildern, wie die Feierlichkeiten beim Fest der Begegnung in Dresden abliefen?

Manfred:  Nett! Es war schon ein tolles Gefühl zu sehen, wie unser Sport einem großen Publikum vorgestellt wurde, das vorher noch nie etwas davon gehört hatte. Und auch die Resonanz danach war überwältigend. Mit allen die wir – na ja, hauptsächlich Volker – sprachen, waren von der Idee der Selbstkontrolle der Spieler positiv überrascht. Nicht zu vergessen natürlich die Party nach der Verleihung. Es spielte dort eine Liveband, die man sich auf jeder Ultimate-Party nur wünschen kann...

DFV: Welchen Stellenwert hat die Verleihung des Fair-Play-Preises des Deutschen Sports für Dich?

Manfred:  Nicht mehr und nicht weniger als für jeden Einzelnen der diesen fantastischen Sport betreibt (hört sich schon etwas komisch an).

DFV: Hattest und hast Du in diesem und dem kommenden Jahr auch gewisse sportliche Ambitionen, die Du verfolgst?

Manfred:  Meine sportlichen Ambitionen kann ich wohl vergessen, da mein Körper nicht mehr das machen will, was ich gern möchte. So kann ich beim Ultimate nur noch etwas die Leute im Training ärgern, und beim Disc Golf fehlt mir der Wille zu trainieren. So mach ich hier auch nur noch ein paar kleinere Turniere mit und ärgere mich jedes Mal, dass ich so schlecht spiele

DFV: Abschließend eine etwas provokante Frage: Was treibt Dich an, dem Deutschen Frisbeesport-Verband weiter als Finanzvorstand vorzustehen?

Manfred: Eine wirklich gute Frage. Sollte jemand Interesse haben, diesen interessanten Job machen zu wollen, dann sollte sie oder er sich melden. Es ist ja nicht nur der Job, die Kasse zu verwalten, sondern auch die Chance direkt im Vorstand mit zu arbeiten und den Sport zu verändern und zu verbessern.