Drei Neue im DFV-Vorstand

Erfolgreiche DFV Jahresdelegierten-Versammlung am 22. März 2026 online – Bisheriger Präsident Dr. Volker Schlechter nach 30 Jahren verabschiedet

Am Samstag 22. März 2026 hat unter guter Beteiligung die Jahresdelegierten-Versammlung des DFV online stattgefunden. Als neuer Präsident wurde Stefan Neubauer aus Berlin gewählt (Bild oben Mitte), der das Amt von Dr. Volker Schlechter übernimmt. Dieser hat nach 30 Jahren im DFV-Vorstand, davon 26 Jahre als Präsident, nicht mehr kandidiert. Nach dem Berichtsteil mit den Darstellungen von Volker Schlechter, Geschäftsführer Jörg Benner, der Frauenbeauftragten Sandra Tietjens und des für Finanzen zuständigen Vizepräsidenten Thomas Boensch wurde der Vorstand mit großer Mehrheit entlastet.

Das Präsidium umfasst nun wieder vier Vizepräsidenten, wie bisher Thomas Boensch, zuständig für Finanzen, Guido Klein und Maximilian Kaumann, sowie neu René Sievers aus Leipzig (Bild oben links). Bei den erweiterten Vorständen stellten sich ebenfalls drei erneut erfolgreich zur Wahl: Ultimate-Vorstand Robert Klein, Discgolf-Vorstand Dr. Stefan Heine und DDC-Vorstand Jan Müller. In der Freestyle-Abteilung wechselt der Vorstandsposten jährlich, Chris Belaj aus Nürnberg (Bild oben rechts) wurde in dieses Amt gewählt. Zudem bestätigte die Versammlung den vor einer Woche neu gewählten DFV-Jugendvorstand Otis Hoffmann.

Erneut unbesetzt blieb das Amt des Bildungsvorstands, das weiterhin durch die Geschäftsstelle betreut wird. Dine Fischer, Geschäftsführerin der Ultimate-Abteilung, beglückwünschte die Gewählten und bemängelte zugleich fehlende Diversität im Vorstand. Die Versammlung dankte Volker Schlechter mit großem Applaus für seine langjährige Tätigkeit im DFV-Präsidium.

Zahlreiche, teilweise ausführliche Diskussionen ergaben sich beim Haushaltsplan 2026 und Vierjahresplan sowie beim damit verbundenen Antrag auf Gebührenerhöhung. Thomas Boensch stellte heraus, dass der Hauptverband seine Handlungsfähigkeit nur durch Mitgliederwachstum erweitern kann. Leider hat sich dieses in den vergangenen beiden Jahren aber deutlich verlangsamt. In der Diskussion sprach sich Frisbee NRW-Präsident Dominik Hildebrandt dafür aus, ein alternatives Gebührenmodell zu entwickeln. Diesen Vorschlag nahm der neue DFV-Präsident Stefan Neubauer auf und sagte zu, die Aufgabe in diesem Jahr gerne zu verfolgen. Am Ende der Diskussion wurde der Haushaltsplan mit großer Mehrheit verabschiedet.

Gebührenerhöhung und Erweiterung der DFV-MV

Im Folgenden gab es drei Anträge zu behandeln. Der erste betraf eine Satzungserweiterung des §1 zu „Grundsätzen der Tätigkeit“. Dieser Antrag des DFV-Vizepräsidenten Maximilian Kaumann dient dem Bekenntnis des Verbandes zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, gegen Intoleranz, Rassismus und politischen Extremismus sowie für Schutz und Selbstbestimmung der Mitglieder, Inklusion, Integration und Good Governance. Er wurde einstimmig ohne Enthaltungen angenommen.

Der zweite Antrag betraf eine Gebührenerhöhung ab 2027, eingreicht von Volker Schlechter. Hintergrund ist einerseits das wie erwähnt abflachende Mitgliederwachstum, das zuletzt unter der Prognose blieb, und andererseits die Höhe der Lohnkosten in der Geschäftsführung mit in Summe 1,25 Personalstellen. Das Dilemma besteht darin, dass die Fülle der Aufgaben, die im Zuge der DOSB-Mitgliedschaft nochmals deutlich angewachsen ist, schon jetzt mit den bestehenden Kapazitäten kaum zu leisten ist, und dass alleine diese Lohnkosten aktuell bereits rund 78 % der Mitgliedsgebühren als einziger Einnahmequelle für den Hauptverband ausmachen. Nach erneut ausführlichen Diskussionen wurde beschlossen, dass die Jahresmitgliedsgebühren ab 2027 um 13,3 % Prozent um 2 EUR pro aktiver erwachsener Person und um 1 EUR pro aktiver jugendlicher Person angehoben werden. Stefan Neubauer wiederholte seine Zusage, gemeinsam mit Vertreter*innen der Landesverbände die Möglichkeiten eines alternativen Gebührenmodells auszuloten.

Der letzte Antrag zur Weiterentwicklung der Mitgliederdatenbank dfv-mv.de sorgte erneut für Diskussionen, zum Einen was inhaltliche Details und zum Anderen, was die darin vermittelte Haltung betraf. Er wurde eingereicht und vorgestellt von Daniela Keiling, der Vizepräsidentin des Frisbeesportverbands Hessen, für diesen und für den Landesverband Frisbee NRW. Inhaltlich wird im Antrag zur DFV-Mitgliederverwaltung nur von Spielenden gesprochen, wobei es sich faktisch jedoch um sämtliche Mitglieder handelt. René Sievers bezeichnete den Antrag formal unangemessen als einen „Vertrag zu Lasten Dritter“, der stattdessen besser in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe behandelt werden sollte. Diesen Vorschlag unterstützten mehrere DFV-Vorstände. Bei der Abstimmung fiel der Antrag knapp durch. Allerdings hatte Stefan Neubauer auch hier zugesagt, sehr gerne gemeinsam mit Vertreter*innen der Landesverbände eine Arbeitsgruppe zu dem Thema einzusetzen.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurde der Punkt „Berichte der Landesverbände“ gestrichen, zumal auch quartalsweise, gut besuchte Landesverbände-Calls stattfinden. In Sachen Leistungsport-Personal berichtete Maximilian Kaumann über den laufenden Bewerbungsprozess, der zu Einstellungen voraussichtlich rund einen Monat nach den frühest möglichen Zeitpunkten führen wird. Die Berufung des oder der Sportdirektor*in steht kurz bevor, die anderen vier Teilzeit-Stellen der Leistungssportbeauftragten und Bundestrainer*innen für Ultimate und Discgolf werden bis spätestens Anfang Mai besetzt.

Zuletzt wurde das neue Discgolf Inklusionsförder-Projekt GLIDE vorgestellt, für das auch der daran teilnehmende Delegierte Oskar Krzykowski vom Verein Pfeffersport Berlin warb.

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