Das deutsche U17 Women Ultimate-Team auf dem Weg nach Wien
Ende Juli reist die Deutschlandauswahl der U17-Mädchen nach Wien zur Jugend Ultimate-EM (EYUC, vom 1. bis 9. August 2026). Ein Blick zurück auf zehn Monate Vorbereitung.
Die Saison startete bereits Oktober 2025 in Leipzig mit dem ersten, offenen Trainingslager für die Jahrgänge 2010-2012/13. Bereits hier sollten die Grundlagen für den finalen Kader gelegt werden, mit Drills für einen dynamischen Aufbau, für Inside-Würfe auf die Breakside, entschlossenes Cutting, gute Fußarbeit und Stellungsspiel in der Defense.
Von den fast 60 Spielerinnen, die an diesem Sichtungstrainingslager teilnahmen – ein Rekord! –wurden 40 zum Tryout eingeladen, das im April 2026 abermals in Leipzig stattfand. Hier wurde geschaut, wie die Spielerinnen instinktiv auf dem Feld agieren, ob sie abseits vorgeschriebener Laufwege initiieren oder bei einem Fastbreak schnell und sinnvoll Flow generieren können. Spielintelligenz war gefragt, als es darum ging, mit dem jeweiligen Team kurzerhand eine Zone zu stellen. In der Match-Defense wurde Wert gelegt auf Hartnäckigkeit und Kampfgeist.

Nach einer Woche des Kopf- und Herzzerbrechens seitens der Coaches stand die Auswahl von 20 Kader- und zwei Trainingsspielerinnen fest. Für das erste geschlossene Trainingslager ging es, wie schon letzte Saison, im Mai nach Massenbach. Hier teilte man sich Felder, Unterkunft und eine erneut hervorragende Verpflegung mit den Spieler*innen des U17-Open- und U20-Women-Teams. Im Mittelpunkt stand diesmal Strategie und Taktik. Die neuen Spielerinnen wurden mithilfe der „Veteraninnen“ schrittweise an die Sets oder Spielweisen herangeführt, die in dynamischen, halb-statischen und statischen Situationen umgesetzt werden sollen. Auch die bereits im Tryout angeteaserte Zone wurde systematisiert. Es gab sehr erfolgreiche Trainingsspiele gegen das Nationalteam U20W. Die Coaches waren sehr stolz, wie gut und mit welcher Energie die Mädchen bereits nach einem gemeinsamen Trainingslager harmonierten.
Ob ihnen dies auch unter Turnierbedingungen gelang, sollte sich nur zwei Wochen später bei den Disc Days Cologne zeigen. Dort trafen die Mädchen im ersten Spiel erneut auf die U20 Women, denen sie diesmal unterlagen. Im Spiel darauf ging es gegen die deutschen Masters-Frauen in den Universe, den man unglücklich verlor. Alle übrigen Spiele wurden souverän bis deutlich gewonnen. Das Team konnte sich dadurch um einen Platz zum Vorjahr verbessern: Fünfter.

Die beiden abschließenden Trainingslager in Göttingen, im Juni und Juli 2026, wurden dazu genutzt, auf Probleme, die sich in den Spielen der Disc Days ergaben, einzugehen. Genügend Videomaterial zur Analyse war vorhanden. Die Coaches zeigten Wege auf, durch besseres Positionieren und Rotieren des Körpers die Scheibe leichter auf die Breakside zu swingen und effektivere Verteidigung zu spielen. Team-Defense war ein weiterer Schwerpunkt: Nicht nur wurden Lücken in der Zone geschlossen, sondern auch eine Clam entwickelt, um gegen initiationsstarke Teams anzukommen. Zur mentalen Vorbereitung auf die EYUC war ein Sportpsychologe aus Münster angereist, um einen jeweils einstündigen Workshop mit den Jungs und Mädchen abzuhalten. Höhepunkte der Göttinger Trainingslager waren sicher die Abschlussspiele mit den U17-Jungs, die bewiesen, was für ein Mixed-Potential auch in der deutschen Jugend steckt – ein optimistischer Blick in die Zukunft.
Dank geht an Familie Bruckner und den TSV Massenbach für alles, was sie dem Team abnehmen und möglich machen; Malte Pätzold und die U17-Open-Coaches für die Übernahme der Organisation der Göttinger Trainingslager; den Sportpsychologen Florian Grüter; Marta und Jens Wiegert für die Fotos und Video-Aufnahmen; Alexander Hubert für die Unterstützung in Köln; Dine Fischer für das Crowdfunding; an die Crowd und alle engagierten Eltern.