DFV Strategische Ziele 2026 bis 2029

Die Ziele 2026 bis 2029 wurden zunächst beim DFV-Strategietreffen 28.-29. Oktober 2023 in Darmstadt erarbeitet, unter Beachtung der Strategie-Aussagen 2023 bis 2028 des Weltverbands WFDF und unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Entwicklungen im DFV. Nach der erfolgten Aufnahme in den DOSB wurden diese Ziele beim DFV-Strategietreffen 01.-02. Dezember 2025 in Köln angepasst; auch bezogen auf ihren Zeitraum, der sich nun auf vier Jahre bezieht.

  1. Der DFV sucht den kontinuierlichen Austausch mit den Landesverbänden Frisbeesport, um sich an den Interessen seiner Mitglieder zu orientieren.
  2. Der DFV unterstützt seine Mitglieder, um Wachstum vor allem durch Jugendarbeit zu erzielen.
  3. Durch regelmäßige Mitarbeit im DOSB werden neue Förderperspektiven realisiert.
  4. Den Spirit of the Game als Alleinstellungsmerkmal zu vermitteln, weist den Weg zu Gender-Vielfalt und Inklusion.
  5. Der Frisbeesport in Deutschland wird sichtbar durch Berichterstattung von DFV-Events in Wort, Bild und Streams.
  6. Durch die organisatorische Ausrichtung an Good Governance folgt der DFV den Grundsätzen von Integrität, Transparenz, Rechenschaftlichkeit und Partizipation.

6×6 konkrete Unterziele

Mitglieder-Orientierung

„Der DFV sucht den kontinuierlichen Austausch mit den Landesverbänden Frisbeesport, um sich an den Interessen seiner Mitglieder zu orientieren.“

  • Vertiefen der Landesverbands-Kontakte
  • – Der DFV orientiert sich an den Interessen und Bedarfen der Mitgliedsorganisationen

  • Unterstützen Landesleistungszentren
  • – Die erforderliche Kooperation zischen LV und DFV im Leistungssport vorantreiben

  • Gründung eines Leistungssport-Ausschusses
  • – Das Gremium zur Förderung der stringenten Förderung des Leistungssports

  • Im Download-Center mehr Dokumente von Organisations-Abläufen hinterlegen
  • – Weiterverfolgen der Serviceorientierung durch voranschreitende Verschriftlichung

  • Bereitstellen von Marketing-Unterlagen
  • – Die Mitgliedergewinnung durch das Erstellen und Zuliefern von Marketingunterlagen unterstützen

  • Klare Aufgabenverteilung zur Serviceorientierung
  • – Die Prozesse in der DFV-Geschäftsstelle weiter standardisieren und Zuständigkeiten transparent darstellen

    Wachstum durch Jugendarbeit

    „Der DFV unterstützt seine Mitglieder, um Wachstum vor allem durch Jugendarbeit zu erzielen.“

  • Verabschieden eines Jugend-Leitbilds
  • – Installieren einer weiteren Leitbild-Vorgabe zur Umsetzung von mehr Kinder- und Jugendangeboten

  • Frisbeesport in Grundschulen etablieren
  • – Mittel und Wege finden, um den Frisbeesport in möglichst vielen Bundesländern in Grundschulen zu bringen

  • Jugend-Austausch mit Landesverbänden verstetigen
  • – Die Teilnahme an regelmäßigen Sitzungen des Jugendausschusses erhöhen

  • Kindergarten-Frisbeekisten bundesweit verteilen
  • – Den Frisbeesport mit pädagogischem Konzept in Kindergärten bekannt machen

  • Fortsetzen der Schnuppertage Frisbeesport und der Abnahme des Frisbeesport-Abzeichens
  • – Für die Schnuppertage bestehen 2x 8 Lehreinheiten für verschieden alte Zielgruppen, das Frisbeesport-Abzeichen ist sehr niedrigschwellig für alle Zielgruppen geeignet (inkl. neuer Urkunde mit „überreicht von“-Stempelfeld)

  • Nutzen der DSJ-Fördermöglichkeiten
  • – Nach Aufnahme der DFV-Jugend in die Deutsche Sportjugend dsj ist das Ziel den Projektumfang jährlich zu erweitern

    Mitarbeit an DOSB-Projekten

    „Durch regelmäßige Mitarbeit im DOSB werden neue Förderperspektiven realisiert.“

  • Verlässliches DOSB-Mitglied sein
  • – Kurzfristige Rückmeldung auf DOSB-Anfragen, organisatorischen Anforderungen im Rahmen des Möglichen nachkommen

  • Kontinuierliche Mitwirkung in DOSB-Gremien
  • – Bei möglichst vielen DOSB-Gremien die Angebote der Präsenztreffen nutzen, soweit es machbar ist

  • Pressewahrnehmung über den DOSB erreichen
  • – Pressemeldungen zu bedeutenden DFV-Neuigkeiten zur Berücksichtigung an die DOSB-Pressestelle versenden

  • Verfolgen des 4-Jahres-Stukturplans
  • – Basierend auf dem Status des DFV und der Landesverbände die dargestellte Strukturentwicklung stringent verfolgen

  • Austausch mit DOSB-Ausbildungsbereich
  • – Nach der erwarteten Anerkennung des DFV-Curriculums als C-Lizenz dieses an Digitalisierung und Kompetenzmodell anpassen sowie die in Arbeit befindliche B-Lizenz hineinschreiben

  • Leistungssport-Personalverantwortung
  • – Nach Aufnahme in die Bundes-Leistungssportförderung besteht eine hohe Verantwortung der kontinuierlichen Berichtspflicht

    Orientierung am Spirit of the Game

    „Den Spirit of the Game als Alleinstellungsmerkmal zu vermitteln, weist den Weg zu Gender-Vielfalt und Inklusion.“

  • SOTG ist Leitfaden der DFV-Ausbildung
  • – Seit Gründung des DFV-Ressorts Ausbildung 2012 ist das Konzept der Eigenverantwortung, Selbstregulierung und Streitschlichtung Leitlinie des DFV Curriculums

  • SOTG im Ultimate in Training einbinden
  • – Das SOTG-Komitee der DFV UA hat dazu zahlreiche Dokumente entwickelt und stellt sie auf der Homepage bereit, um sie aktiv im Vereinstraining anzuwenden

  • Bei DFV-Events immer SOTG-Sieger*innen küren
  • – Unabhängig von der Verschiedenheit der Spirit-Konzeptionen in allen Frisbeesportarten ist der DFV bestrebt auf allen DFV-Events neben dem sportlichen Abschneiden auch das vorbildlichste Fairplay-Verhalten zu würdigen

  • SOTG im Discgolf stärken gegenüber Code und Etikette
  • – Die Aufgabe ergibt sich aus der teilweisen Redundanz von Begriffen und Konzeptionen im Regelwerk wie Spirit of the Game, Fairness, Etikette, Code der Discgolfer*innen und weiteren Verhaltensvorgaben

  • Die Anwendung des Spirit of the Game weiterentwickeln und weiterverbreiten
  • – Die Spirit of the Game-Konzeption im Ultimate bietet mit ihren fünf Kompetenzbereichen eine hervorragende Grundlage zur gezielten Thematisierung

  • SOTG für andere Sportarten erfahrbar machen
  • – Eine angepasste Umsetzung einer Reihe von Regeln aus dem Ultimate auch für andere Teamsportarten erfahrbar machen

    Sichtbarkeit des Frisbeesports

    „Der Frisbeesport in Deutschland wird sichtbar durch Berichterstattung von DFV-Events in Wort, Bild und Streams.“

  • DFV Social Media-Marketingstrategie
  • – Erarbeiten einer zeitgemäßen Channel-Kommunikation, um vor allem junge Zielgruppen mit Frisbeesport zu erreichen

  • Social Media Kollaborationen ausweiten
  • – Zur Erweiterung der Reichweite gezielt die Kooperation mit einflussreichen Frisbeesport-Influencer*innen suchen

  • Multi-Plattform-Nachberichte von DFV-Turnieren
  • – Zeitnahe bebilderte Berichte nach Turnierende bilden eine gute Grundlage zur medialen Weiterverwertung

  • Turnieransetzungen und -ergebnisse sichtbar machen
  • – Beide großen Sportabteilungen arbeiten daran die Transparenz der sportlichen Entscheidungen im Vorfeld und im Nachgang zu erhöhen

  • Live-Streamings langfristig planen
  • – In der DFV Ultimate-Abteilung besteht bereits ein schlagkräftiges Streaming-Team, das für die Zukunft eine noch längerfristige Planung anstrebt

  • Mehrfachnutzung Bewegtbilder
  • – Generierte Bewegtbilder im Nachgang mit Edits in sozialen Medien einsetzen

    Ausrichtung an Good Governance

    „Durch die organisatorische Ausrichtung an Good Governance folgt der DFV den Grundsätzen von Integrität, Transparenz, Rechenschaftlichkeit und Partizipation.“

  • Einrichten Athlet*-innen-Kommission
  • – Die Positionen zur Einbindung der Athlet*innen-Perspektive im DFV-Vorstand sind unter „Mitmachen“ ausgeschrieben, aber noch nicht besetzt

  • Weiterentwicklung des DFV-Schutzkonzepts
  • – Das im April 2024 in Kraft gesetzte Konzept wird den 11 Stufen der dsj und dem Safe Sport Code des DOSB weiter angepasst

  • „Vielfalt leben“ und die DFV Gender Policy bekannt machen
  • – Die DFV Gender Policy ist seit Anfang 2023 in Kraft, ihre Inhalte aktiv zu vermitteln erfordert Fortbildungsangebote

  • Einbinden weiterer Zielgruppen durch „Sport für Alle“
  • – Sport für Alle steht für die zielgruppenorientierte Ansprache benachteiligter Zielgruppen in der Gesellschaft im Sinne einer sozialen Verantwortlichkeit

  • Transparenz auf der Homepage erhöhen
  • – Fortlaufender Prozess, der über das Mega-Menü, Service-Center und Download-Center bereits deutliche Fortschritte erzielt hat

  • Nominierungsregeln in Kraft setzen
  • – Klare Compliance-Vorgaben setzen den Rahmen zur Nominierung von ehrenamtlichen, aber auch einzelnen hauptamtlichen Stellen

    Der DFV ist Förderer des Fairplays

    „Spirit of the Game“ ist Basis des Frisbeesports - Fairplay-Bekenntnis des DFV

    Der Deutsche Frisbeesport-Verband e.V. (DFV) bekennt sich ausdrücklich dazu, das Fairplay im Rahmen der sportlichen Auseinandersetzung ohne externe Schiedsrichtende zu lehren und zu fördern. Dazu hat er ein Fairplay-Bekenntnis formuliert, das als Selbstverpflichtung für alle Verbandsmitglieder und Ausübende jedweder Frisbeesportarten gelten soll.

    Anlass sind zum Einen anhaltende Diskussionen über Fairplay im Sport, getrübt durch Entwicklungen wie Doping, die Rechtfertigung taktischer Fouls und zunehmend aggressives Verhalten im Sport, zum Anderen die kritische Auseinandersetzung mit den durch den DFV vertretenen Sportarten. Der Auftakt zur Umsetzung einer ersten DFV-Ausbildungsordnung im Jahr 2013 verdeutlichte die Notwendigkeit, noch stärker die gemeinsame Basis aller Frisbeesportarten herauszuarbeiten.
    Gemeinsamkeit des Spielens ohne externe Schiedsrichter

    Den vier am meisten betriebenen Frisbeesportarten Ultimate Frisbee, Discgolf, Freestyle Frisbee und Double Disc Court ist gemeinsam, dass sie ohne externe Schiedsrichtende gespielt werden. Dennoch sind gerade für Meisterschafts-Entscheidungen korrekte, allgemein nachvollziehbare und transparente Abläufe wichtig. Diese legt der DFV mit seinen Abteilungen fest. Zur Stärkung des Fairplay-Gedankens, der in allen Frisbeesportarten vorherrscht, beabsichtigt der DFV künftig bei jeder Deutschen Meisterschaft so genannte „Spirit“-Siegende zu küren.

    Das Fehlen von externen Schiedsrichtenden setzt in allen Frisbeesportarten ein hohes Maß an Regelkenntnis voraus. Dieses zur Anwendung zu bringen, erfordert Eigenverantwortung und einen respektvollen Umgang miteinander. Dabei bezieht sich der DFV unter anderem auf die griffige Aussage des internationalen Fairplay-Komitees der Unesco: <„Fair verhalten sich diejenigen Sporttreibenden, die von der oder dem anderen her denken.“

    Spirit of the Game mit mehr als 250 Jahren Geschichte

    Der „Spirit of the Game“ ist als Prinzip einer ehrlichen und respektvollen Umgangsweise mit Mitspielern und Gegenspielern bereits seit den berühmten ersten 13 Regeln des Golfspiels der schottischen „Gentlemen Golfers of Leith“ aus dem Jahr 1744 bekannt. Darin kommen Rücksichtnahme, Höflichkeit und Ehrlichkeit zum Ausdruck.

    Im dezidierten Regelwerk des Teamsports Ultimate ist im Paragrafen 1 dieser Ansatz verdichtet auf die Aussage: „Ultimate beruht auf dem Spirit of the Game, der die Verantwortung des Fair Plays jeder Spielerin und jedem Spieler überträgt.“ Noch zuvor wird in der Einleitung präzisiert: „Der Spirit of the Game gibt vor, wie Spielende die Partie selbst regeln und wie sie sich auf dem Feld benehmen.“

    Diese konkrete Handlungsebene macht den Paragrafen 1 des Ultimate-Regelwerks zu einem Unikum in der Sammlung aller Sport-Regelwerke. In seinen Unterpunkten 5 und 6 sind beispielhafte Handlungen genannt, die ihrer Natur gemäß dem Spirit of the Game entsprechen oder dies nicht tun. Zudem wird festgehalten (§ 1.4): „Hoher kämpferischer Einsatz wird zwar gefördert, sollte aber niemals auf Kosten des gegenseitigen Respekts zwischen den Spielenden, des Festhaltens an den vereinbarten Spielregeln oder der Freude am Spiel gehen.“

    Verhaltensvorgaben in den Discgolf- und Freestyle-Regeln

    In den Regeln für Discgolf wird im Abschnitt A der „Anwendungen der Regeln“ (801.01) ebenfalls betont, dass sie entwickelt wurden, „um ein faires Spiel für alle Discgolfer*innen zu fördern“. Im Weiteren wird die Art und Weise der Behandlung von Sonderfällen thematisiert: „Sollte ein fraglicher Punkt nicht durch die Regeln abgedeckt sein, soll die erforderliche Entscheidung unter dem Gesichtspunkt der Fairness erfolgen.“
    Darüber hinaus definiert der Abschnitt 801.04 die Höflichkeitsregeln (Punkte A bis G), die das angemessene Verhalten von Discgolfern während eines Turniers beschreiben. Auch darin werden Rücksichtnahme gegenüber Mitspielern, Zuschauern und der Natur, Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit (etwa beim Führen der Ergebnisse) gemäß der Selbstverpflichtung auf die Regeln betont. Last not least finden sich auch im offiziellen Regelwerk für Freestyle Frisbee konkrete Anforderungen an Turnierteilnehmer, unter dem Punkt „Erwartungen an die Spieler“ (708). Diese Regularien sind Aufforderungen zu „gutem Geschmack“ bei der Wahl kreativer Dresses, gegen den Konsum von Alkohol und Drogen sowie zu höflichen Umgangsformen.

    Ultimate bietet ein Instrument der Streitschlichtung

    Allerdings sind bisher einzig in den Ultimate-Regeln ausführliche Hinweise zum Verfahren der Streitschlichtung aufgeführt, die in den Durchführungsbestimmungen des Weltverbandes und des DFV noch näher bestimmt werden. Der DFV beansprucht für Meisterschaftsentscheidungen in den Frisbeesportarten als Wahrer, Weiterentwickler und Beförderer des Fairplays aufzutreten. Daher kommt der Vermittlung des Fairplays (im Ultimate gemäß den Vorgaben des Spirit of the Game) in der Ausbildung eine zentrale Bedeutung zu. In allen Frisbeesportarten gilt, dass Regelkunde die Voraussetzung für erfolgreiches Spielen ist. Deshalb muss sie regelmäßiger Teil der Trainingsinhalte sein. Bereits in der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen unterstützt der DFV deshalb Eigenverantwortung zu entwickeln und wahrzunehmen. Der Frisbeesport stellt insofern eine „Schule für das Leben“ dar, insofern es um das Vorleben von Charakter-Eigenschaften und Werten geht.

    Das DFV Fairplay-Bekenntnis

    1. Der Frisbeesport wird von den Spielenden selbst reguliert und setzt voraus, dass keine Spielerin und kein Spieler die Regeln absichtlich verletzt. Die Verantwortung des charakterstarken und fairen Verhaltens wird damit auf die Spielenden übertragen.
    2. Die Regeln der Frisbeesportarten geben den Spielenden vor, wie sie das Spiel selbst regeln und wie sie sich bei der Ausübung ihres Sports zu verhalten haben. Alle Spielenden sind selbst dafür verantwortlich, diese Regeln zu befolgen und ihre Einhaltung zu überwachen.
    3. Spielende sollen sich bei jeder Meinungsverschiedenheit der Tatsache bewusst sein, dass sie selbst als Schiedsrichtende agieren. Dazu müssen sie die Regeln kennen, fair eingestellt und objektiv sein, die Wahrheit sagen, ihren Standpunkt kurz und klar darstellen, den anderen Spielenden eine vernünftige Chance geben sich zu äußern sowie Unstimmigkeiten schnellstmöglich lösen und dabei eine respektvolle Sprache benutzen.
    4. Hoher kämpferischer Einsatz wird zwar gefördert, darf aber niemals auf Kosten des gegenseitigen Respekts, des Festhaltens an den vereinbarten Spielregeln, der Sicherheit der Spielenden oder der Freude am Spiel gehen.“

    Der Deutsche Frisbeesport-Verband e.V. wurde zum 1.1.2025 als 102. Mitglied in den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgenommen. In diesem Zusammenhang wird die Anerkennung der DFV-Ausbildungsordnung als C-Lizenz (mit wenigstens 120 Unterrichtseinheiten für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen) erwartet. Im Rahmen früherer Expert*innenrunden der DFV-Lehrteamer*innen traten verschiedene Auffassungen hinsichtlich des Verständnisses von Fairplay zu Tage, die Anlass für das Erarbeiten des Fairplay-Bekenntnisses waren.