Deutscher Frisbeesport-Verband
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Rekordjagd bei Trendsportart im Schnee
Jörg Benner - 25.02.2008 07:50

Heidelberger Ultimate-Spieler erfindet „Mountain Frisbee Skiing“

Heidelberg - Wolfram Kolbe (32) ist seit knapp fünf Jahren Spielertrainer des aufstrebenden Ultimate Frisbee-Teams „Heidees“. Doch auch, wenn der Vollblutsportler Urlaub macht, kann er die Finger nicht von der Flugscheibe lassen. Bei seinem jüngsten Skiurlaub im österreichischen Saalbach-Hinterklemm entwickelte er die Variante eines selbst gefangenen Wurfes (Self Caught Flight, genannt „SCF“) auf Skiern.

„Mountain Frisbee Skiing“ nennt Spielmacher Kolbe seine Erfindung, die er filmisch festgehalten und auf http://www.youtube.com für die Allgemeinheit hinterlegt hat (Suche nach Nutzernamen „Frisbeewolfi“). „Es kommt darauf an, den angemessenen Neigungswinkel des Abhangs zu finden“, erläutert der findige Scheibensportler, „gleichzeitig muss die Piste auf jeden Fall menschenleer sein.“ Der Ablauf der neuen Individualdisziplin entspricht demjenigen der „Wirf, Lauf und Fang“-Variante (Throw, Run and Catch, „TRC“) – nur eben mit Brettern unter den Füßen. Als weitere Spielart wäre das „TSC“ (Throw, Ski and Catch) sicherlich auch mit einem Snowboard denkbar (Throw, Board and Catch, „TBC“).

Die Besonderheiten jedenfalls sind vielfältig: Der Wurf erfolgt von einem etwas unsicheren Stand heraus und muss im Bogenflug (unter Berücksichtigung etwaiger Winde) in die geplante Abfahrtslinie sich hineindrehen. Dann gilt es, bei der Abfahrt schnell an Tempo zu gewinnen, gleichzeitig dabei aber den Flug der Scheibe wenigstens peripher im Auge zu behalten. Schließlich ist der vermutlich kritischste Moment beim Fangen erreicht, bei dem die Körperstreckung die maximale Höhenreichweite darstellt. Springen ist mit Skiern so gut wie unmöglich, eine Rücklage führt fast unweigerlich zum Sturz. Das ehrgeizige Ziel ist, die Scheibe in voller Fahrt zu fangen.

Wie beim herkömmlichen „Field Event“ TRC kombiniert sich die Bestleistung aus der Zeit, die die Scheibe zwischen Abwurf und Fang in der Luft verbracht hat und der dabei zurückgelegten Wegstrecke. Wolfram Kolbe hat es vorgemacht – andere Skifahrer mit präzisem, kräftigen Wurf müssen es erst mal besser machen. Sein aktueller Rekord liegt bei 15 Sekunden und etwa 300 Metern Distanz (ohne Videobeweis). „Ich erwarte nicht, dass die Disziplin sofort olympisch wird“, gibt sich Wolfram Kolbe bescheiden, „aber sie verlangt einem schon eine Menge unterschiedlicher Ansprüche ab, die es gewaltig in sich haben.“ Mit anderen Worten: Ihn hat es bei den Übungseinheiten oft auch nach allen Regeln der Kunst hingehauen, nur finden sich davon leider keine Videobeweise.

In Sachen Ultimate Frisbee haben sich die Heidees jüngst bei der B-Relegation in Köln ohne Niederlage für die offene zweite Liga bei der diesjährigen Hallen-DM Ende März in Kaiserslautern qualifiziert. Nach dem ebenfalls souveränen Sieg vergangenes Jahr in der offenen zweiten Liga der Freiluft-DM gelten sie für 2008 als heiße Anwärter auf einen Aufstiegsplatz zur ersten Liga bei der DM Anfang Juli in Heilbronn.