Zwei Trainingslager und Turnierteilnahmen geplant – Weitere Trainer gesucht
Leipzig - In Deutschland spielen bereits einige hundert Junioren erfolgreich Ultimate Frisbee. Der Europameistertitel der U20-Nationalmannschaft im vergangenen Jahr belegt das sehr hohe spielerische Niveau, das einer Reihe von engagierten Trainern in Nord- und Süddeutschland zu verdanken ist. Demgegenüber fristen die Mädchen in der Ultimate-Szene bislang ein Schattendasein. Christoph Dehnhardt aus Leipzig hat als neuer DFV-Koordinator die Gründung einer Juniorinnen-Nationalmannschaft angestoßen.
Neben dem Großraum Heilbronn, in dem in mindestens vier Vereinen der Junioren-Frisbeesport systematisch gefördert wird (Heilbronn, Massenbach, Gemmrigheim und Bad Rappenau), bestehen mittlerweile auch in Norddeutschland eine Reihe von Mannschaften: „WG Morpork“ aus Rostock ist Deutscher U20-Vizemeister in der Halle geworden, am Hamburger Schülerturnier Ende März haben 15 Mannschaften teilgenommen.
Auffällig dabei jedoch, dass nur sehr wenige Mädchen mitspielen, und wenn, dann meistens wenig Spielanteile erhalten (Foto: Brunner). Nach einer ersten Erhebung sind derzeit etwa 80 bis 100 Spielerinnen zwischen 11 und 19 Jahren regional weit verteilt aktiv. Um ihnen eine Perspektive zu bieten, die über den Status von „Ergänzungsspielerinnen“ hinaus geht, sind für den Anfang in diesem Jahr bereits zwei „Ultimate Girls‘-Camps“ in Hinblick auf das erste deutsche Juniorinnen-Nationalteam geplant: zum Einen in Süddeutschland, vom 13.-15. Mai in Massenbach, im Anschluss an das große Junioren-Pfingstturnier, zum Anderen in Norddeutschland, am 17. und 18. Mai in Jeinsen bei Hannover.
Hierbei soll zunächst keine Auswahl stattfinden, sondern im Gegenteil geht es darum, erst einmal möglichst viele Juniorinnen ins Boot zu holen. Die vorrangigen Ziele sind gegenwärtige Spielerinnen weiter zu motivieren, das Spielniveau individuell und allgemein anzuheben sowie Ultimate unter Mädchen weiter zu verbreiten. Im Sommer ist anschließend die gemeinsame Teilnahme an ein oder zwei Turnieren als erstes deutsches Juniorinnen-Nationalteam angedacht. Aktuell wurde kurzfristig noch für dieses Jahr eine U17-Europameisterschaft anberaumt, die jedoch parallel zur Freiluft-DM stattfindet, an der Anfang Juli in Heilbronn auch die Juniorenteams teilnehmen. Insofern wird in diesem Jahr noch nicht um einen Europameistertitel mitgespielt.
Der Trainerstab soll aus vier oder mehr Personen bestehen. Bisher sind zwei Trainer aus Süddeutschland am Start, Damaris Strobel von den „Kids“ aus Heilbronn und Sebastian (Stocki) aus Gemmrigheim. Mindestens ein weiterer Trainer sollte aus Norddeutschland kommen. Weitere Qualifikationen sind Ultimate-Erfahrung und ein angemessener Umgangston. Der Stab soll auch deshalb so groß sein, damit bei Ausfall eines Trainers die Kontinuität gewährleistet bleibt.
Christoph Dehnhart und der DFV bitten um Meldungen für den Posten eines Trainers oder einer Trainerin, gerne auch aus dem Umfeld der Frauen-Nationalmannschaft. Zudem rufen sie alle Spielerinnen im Alter zwischen 11 und 19 Jahren dazu auf, sich für eines der beiden Camps oder beide anzumelden, bitte unter .
