Das GLIDE-Netzwerk weitet sich aus

Erstes Treffen des Erasmus+ cogeförderten GLIDE-Projekts zur Ansprache benachteiligter Zielgruppen durch Discgolf in Berlin. Von Silas Wiemann

Ende April 2026 haben sich Vertreter*innen von zehn Partnerorganisationen des GLIDE-Projekts aus acht europäischen Ländern über vier Tag beim Pfeffersport-Verein in Berlin getroffen.

Ziele und Beschlüsse des Treffens

Ziele des transnationalen Treffens an den ersten beiden Tagen waren die Grundsteine für die kommenden zweieinhalb Projektjahre zu legen und gemeinsame Ziele zu formulieren, sowie in Gruppenarbeiten die Bedürfnisse der angesteuerten Zielgruppen besser zu verstehen.

GLIDE steht als Akronym für „Grassroot Links for Inclusion, Diversity and Enaggement through sport“. Genauer geht es darum, über Discgolf-Vereinsarbeit vier verschiedene Zielgruppen anzusprechen: Frauen und Mädchen, Menschen mit Behinderung, Senioren über 60 Jahre sowie sozioökonomisch benachteiligte Personen und Familien.

Mit Hilfe von Design Thinking-Methoden wurden erste Lösungsansätze für bestehende Barrieren der Zielgruppen entwickelt. Daneben herrschte ein reger Austausch zwischen den Partnerverbänden aus Finnland, Lettland, den Niederlanden, Österreich, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine und Deutschland.

Beschlossen wurde ein GLIDE-Netzwerk mit Vereinen und sozialen Einrichtungen zu etablieren, erste Workshops zur Ansprache der Zielgruppen durchzuführen sowie erste Online-Trainings für Vereine und deren Trainer*innen, damit diese solche Events und Trainings künftig selbstständig durchführen können.

Praktisches Inklusionstraining für Discgolf-Trainer*innen

An den darauffolgenden beiden Tagen leitete der Pfeffersport-Verein mit seinen Expert*innen für Inklusion im Discgolf ein praxisorientiertes Training. Dabei wurde das praktische Verständnis für die Zielgruppen und deren Bedürfnisse auf dem Discgolf-Kurs gefördert, Trainingsinhalte für zukünftige inklusive Events erarbeitet und Inhalte für das „Train the Trainers“-Programm erstellt.

Der Anfang stand im Zeichen des Perspektivwechsels, indem bewusst scheinbar ungeeignete Übungen eingesetzt wurden. Die Aufgabe der Teilnehmer*innen bestand darin Barrieren zu erkennen und die Übungen so anzupassen, dass sie für die jeweiligen Zielgruppen durchführbar werden. Dabei zeigte sich, dass nahezu jede Übung, durch kreative Anpassungen für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich gemacht werden kann.

Am Nachmittag fand ein Rollenspiel statt, indem alle Teilnehmer*innen Rollen einer Person aus einer der Zielgruppen erhielten und in er Rolle während einer Runde Discgolf körperliche Barrieren, psychische Herausforderungen und soziale Hürden nachvollzogen.

Fazit: Das viertägige Treffen in Berlin war ein äußerst produktiver und erfolgreicher Start der internationalen Zusammenarbeit. In den kommenden Monaten folgen erste Events und Workshops in allen Partnernationen, so auch in Deutschland. In der Zusammenarbeit mit Discgolf-Vereinen werden gezielte Trainingsprogramme für die Zielgruppen erstellt. Die inklusiven Discgolf-Programme fördern einerseits die Teilnahme aus den Zielgruppen und verhelfen andererseits den Vereinen zu neuen Mitgliedern.

Die teilnehmenden Vereine werden mit Kompetenzen, Ressourcen und Strukturen nachhaltig gefördert. Bei Interesse an einer Teilnahme oder Kooperation bitte melden bei silaswiemann@blinc-eu.org