Enttäuschung über Abschneiden des Open-Teams aufgefangen durch Medaille der Junioren
Vancouver/Köln – Die fünf deutschen Teams sorgten bei der zu Ende gegangenen Ultimate-Weltmeisterschaft in Kanada für keine großen Überraschungen. Enttäuschend sicherlich, dass das offene Herrenteam den Einzug in die obere Hälfte der Tabelle versäumt hat. Mehr als versöhnlich dagegen der neuerliche Gewinn der Bronze-Medaille durch die U20-Junioren wie bereits vor vier Jahren im finnischen Turku.
Neben den beiden „Großmächten“ USA und Kanada haben sich vor allem Japan, aber auch Australien und Großbritannien in den Kreis der Medaillenanwärter gespielt. Hinzu kommen die auch im Nachwuchsbereich starken Nationen Neuseeland und Kolumbien. Gegenüber den deutschen Junioren haben leider die Damen und auch das Mixed-Team das Ziel verfehlt, bestes europäisches Team zu werden, beide mussten sich hinter Großbritannien einordnen.
Insgesamt ist jedoch nichts einzuwenden gegen die gebotenen Leistungen, sofern sie aus der Distanz überhaupt gerecht beurteilt werden können. Die deutschen Teams sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten geblieben. Darüber hinaus ist es toll, dass die Junioren im Kleinen Finale, die Damen und das Mixed-Team im Viertelfinale standen! Dass die Masters als ein relativ uneingespieltes und kleines Ensemble weitgehend chancenlos blieben, ist nicht weiter schlimm. Die Enttäuschung betrifft vor allem das Scheitern des Open-Teams, nicht unter die besten zehn gekommen zu sein.
Seine Bilanz ist vor allem deshalb ernüchternd, weil das Open-Team durch intensive Vorbereitung und verstärkte taktische Schulung sich in einer guten Ausgangsposition wähnte. Nun waren die anderen Pools möglicherweise leichter (in Pool A waren nur die USA und Schweden wirklich stark, s. http://www.wugc2008.com/standings/div/open). Aber einen Dreiervergleich mit zwei südamerikanischen Teams, das hätte es vor vier Jahren noch nicht gegeben. Die übertriebene körperliche Spielweise vor allem der Kolumbianer und ihre Eigenart, Foul-Calls grundsätzlich nicht anzuerkennen, sollen dabei nicht als Entschuldigung gelten.
Betrachten wir die enorme Stärke der Kolumbianer vor allem im Juniorinnen- und im Junioren-Bereich – dann sehen wir nach dem Revanche-Sieg der Deutschen in der zweiten Begegnung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die Junioren weiter zu unterstützen! Mittlerweile ist auch das erste deutsche Juniorinnen-Nationalteam entstanden, es hat parallel zur WM im tschechischen Asch sein erstes Turnier gespielt, s. http://monkeys.jinak.cz/banana/index.php?page=news. Bei den Juniorinnen auf der WM gewann übrigens Australien Gold vor Japan, den USA und Kolumbien. Nur über fortgesetzte Anstrengungen, den Frisbeesport an Schulen und in Vereinen gezielt für Jugendliche anzubieten, können wir in Deutschland eine ähnliche Leistungssteigerung erreichen, wie sie in Japan, Australien und Kolumbien zu verzeichnen ist.
Mängel sieht der Matthias Brucklacher, deutscher Junioren-Nationaltrainer auf der WM (Foto: Griesbaum), trotz der Bronze-Medaille in der Fitness und Vorbereitung. „Dass wir unter diesen Umständen so gut abgeschnitten haben, ist eigentlich ein Wunder.“ Er bestätigt zwar, dass die eingeschlagene Richtung stimmt, räumt aber ein: „Wir brauchen mehr Spieler, mehr Trainingslager, mehr Vorbereitungsturniere und mehr Geld. Dann können wir in Europa die Nr.1 bleiben. Um die USA anzugreifen braucht es noch ein bisschen mehr.“ Ein Vorschlag von ihm ist, jedes Jahr ein großes Juniorenturnier mit National-Mannschaften abzuhalten.
