Deutscher Frisbeesport-Verband
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Frisbee-Promotion am Schwarzen Meer
Timo Keppner - 30.09.2008 20:00

Reisebericht von Timo Keppner, Ansprechpartner des DFV-Sponsors „Lookfly“

In diesem Sommer folgte Timo Keppner auf Vermittlung des DFV der Einladung eines rumänischen Eventveranstalters und reiste für zehn Tage an den Strand von Mamaia am Schwarzen Meer. Im folgenden Erfahrungsbericht schildert er seine Erlebnisse.

„Der erste Eindruck von Rumänien war ein einziges Auto-Chaos in Bukarest, von wo aus ich nach Constanta, der fünftgrößten Stadt Rumäniens, abgeholt wurde. Der Verkehr versucht sich weitestgehend selbst zu regeln: PS und Größe schlagen Vorfahrtsregeln und auch sonst ist das Auto ein bedeutendes Statussymbol. Der Strand von Mamaia liegt unweit der Stadt Constanta und sollte mein Aktionsstandort sein, an dem ich rumänischen Touristen das Sportgerät Frisbeescheibe und die zugehörige Sportart Ultimate näher bringen sollte. Was man genau von mir erwartete, wurde im Vorfeld nur ungenau mitgeteilt. Also bereitete ich mich sicherheitshalber darauf vor, den Teilnehmern wenn nötig innerhalb eines Tages Ultimate Frisbee näher zu bringen, sodass sie sowohl mit der Scheibe umgehen, als auch Spiel und Regeln ausüben und verstehen können. Soweit die Theorie.

Mein Arbeitsplatz war der „Crystal Beach“, der letzte Strandabschnitt von Mamaia. Dort leistete die Eventagentur ganze Arbeit: Promotet wurden die Marken „Fructis“, „Nestea“, „Orange“, „Powerade“ und „Garnier“. Neben den Sportarten Beach-Ultimate, -Volleyball und -Fußball (Spinning und Tae-Bo gab’s vor meiner „Beach-Time“) wurden sämtliche Register touristischer Unterhaltung gezogen, mit Limbo und Herzblatt - sogar ein Teint-Wettbewerb wurde angeboten und noch einiges mehr. Ziemlich fix habe ich festgestellt, dass hier kein Ultimate-Trainingsworkshop stattfinden wird. Stattdessen standen beim ersten Aufruf zum Ultimate Frisbee-Beachgame innerhalb von einer Minute zwanzig hochmotivierte rumänische Badegäste jeglichen Alters, Geschlecht, sportlicher Voraussetzung etc. auf einem Feld von 20 Metern Länge, um Ultimate zu spielen und Haarshampoo zu gewinnen. Auweia.

Also gut, Scheiben verteilt, Rückhand geübt, Regeln erklärt (und übersetzen lassen) und ab dafür. Bemerkenswert: je älter der jeweilige Teilnehmer, desto höher sein Ehrgeiz. Überraschend waren auch die Frauen, die sich die erbittertsten Zweikämpfe geliefert haben. Das alles hat für mich zu der Erkenntnis über die Rumänen geführt, nämlich dass sie ungeheuer begeisterungsfähig und aufgeschlossen gegenüber neuen Sportarten sind und auch unglaublich schnell einer Aufforderung zum Spiel nachkommen. Genauso schnell ist es dann aber auch vorbei mit dem Spiel: Denn steht ein Sieger fest, sind die Preise verteilt und ein Foto gemacht, kann man sich noch zweimal im Kreis drehen und die meisten sind schon wieder weg.

Einige der Strandbesucher haben aber doch reges Interesse am Frisbee spielen entwickelt. So konnte ich noch das ein oder andere „Show-Game“ und dann später ein „All-Star-Game“ durchführen, auch ohne dass extra Preise verteilt wurden. Im Laufe der Woche kamen noch weitere Wettbewerbe und Preise hinzu, wie sicheres Werfen und Fangen sowie „Banana-Boot-riden“. Alles in allem war es eine schöne Erfahrung, wobei ich mir sicher bin, dass es noch einiges an Aufbauarbeit bedarf, bis in Rumänien wettbewerbsfähiges Ultimate gespielt werden wird.“