Bausteine zum Spiel- und Teamaufbau

Teamfoto_U20_MünsterDer etwas andere Bericht vom Trainingslager der U20 Frauen-Nationalmannschaft im März in Münster aus Sicht einer Spielerin – von Marei Jordan

Um 16:00 Uhr war unser Treff an der Turnhalle in Berlin. Von dort aus fuhren unsere Trainer uns direkt nach Münster, mit Ausnahme eines Zwischenstopps in Kamen. Die Fahrt war langweilig und lang, doch je näher wir unserem Zielort kamen, desto mehr stieg die Aufregung. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, ich kannte keines von den Mädchen dort, außer meiner Teamkameradin aus Berlin.

Als wir um 23:00 Uhr dort eintrafen, hatten die U20 Jungs noch Musik laufen und die Mädchen schliefen oben schon. Leise gingen wir ins Klassenzimmer, in dem wir schlafen sollten und richteten uns unser Lager ein. Kurz darauf schon schliefen wir tief und fest.

Am nächsten Morgen war ich eine der ersten, die aufstand, und noch vor dem Frühstück machte ich erste Bekanntschaften mit meinen Mitspielerinnen für dieses Wochenende. Leider wirkten fast alle Mädchen sehr zurückhaltend. Jede hatte ihren Gesprächspartner, der meist auch aus demselben Verein stammte und die Nationalspielerinnen vom letzten Jahr blieben vorerst auch lieber unter sich. Das machte es mir und meiner Freundin sehr schwer, mit den anderen ins Gespräch zu kommen.

Nach dem Frühstück zogen sich alle an und gingen unter der Leitung von unserem Trainer zum Trainingsplatz. Dieser hatte einen wunderschönen Rasen und so viel Platz, dass die Jungs nebenan ihre Übungen gemacht haben. Anfangs haben sich alle eingeworfen, anschließend wurde sich warm gelaufen. Es folgten ein paar Wurf- und Laufübungen, die aus dem Vereinstraining bekannt waren. Nach einer kurzen Besprechung folgten, nach einem Bausteinprinzip, mehrere Übungen auf zwei kleinen Feldern. Ich sah zu der Zeit noch nicht den Sinn hinter diesen Übungen und fragte mich des Öfteren, weshalb wir immer dasselbe machen und nur minimale Sachen verändern.

Zum Mittagessen ging es wieder zurück zur Schule. Nach der kurzen Pause zurück auf dem Feld war es mittlerweile ein bisschen wärmer geworden, aber immer noch zu kalt für meine Verhältnisse. Aber dieses Mal haben wir gleich mit einem richtigen Spiel angefangen und nun ergaben die Übungen von zuvor auch Sinn. Man konnte diese mehr oder weniger perfekt auf das Spiel anwenden und erfolgreich den einen oder anderen Punkt erzielen. Die zuvor langweiligen Übungen machten auf das große Spielfeld übertragen richtig viel Spaß und ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging.

Am späten Nachmittag gingen wir zurück zur Schule, duschten uns und machten uns fertig, um alle gemeinsam in einer guten Pizzeria essen zu gehen. Es wirkte so, als ob wir durch das gemeinsame am Tisch Sitzen zu einer großen Gruppe zusammen wuchsen. Jeder unterhielt sich mal mit dem, dann wieder mit jemand anderen. Der Abend endete überraschenderweise sehr lustig und ich fand es sehr schön auch mit den anderen zu reden und keine Gruppenaufteilung zu sehen.

Um ca. 23:00 Uhr ging es für die Mädchen nach dem Duschen, k.o., aber zufrieden, ins Bett.

Am nächsten Morgen standen nach dem Frühstück erst einmal in die Halle ein paar Defenseübungen an. Nach dem Mittagessen dann wieder raus aufs Feld. Jetzt konnten wir sowohl die Defense- als auch die am Tag zuvor gelernten Offensetaktiken in einem abschließenden Spiel anwenden. Das hat besonders viel Spaß gemacht, weil jetzt nicht mehr jeder Laufweg vorgegeben war und man sich im Team besprechen konnte, wer welche Aufgabe übernimmt.

Leider mussten meine Freundin aus Berlin und ich wegen des langen Rückweges sehr zeitig abfahren. Davor hat aber jeder Spieler ein kurzes Feedback von unserem Trainer bekommen.

Ein paar Tage später beim Training: Mittlerweile finde ich mich in den Trainingsspielen viel besser zurecht. Ich habe nicht mehr das Gefühl nur im Kreis zu laufen, sondern sinnvolle Angebote zu machen und somit mein Team voran zu bringen. Alleine deshalb haben sich die Tryouts für mich schon gelohnt.

Ein großes Dankeschön noch mal an das Team, das dieses Wochenende ermöglicht hat und einen ganz besonderen Dank an Nationaltrainer Marco Müller für die lehrreichen zwei Tage.


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