Doppel-Bronze für deutsche U17 Mädchen und Jungs

Die beiden U17 Nationalteams des Deutschen Frisbeesportverbands krönen ihre Saison 2026 mit Medaillen und zeigen zudem einen überdurchschnittlichen Spirit of the Game.

In Wien fand zwischen dem 03. und 08. August 2026 die European Youth Ultimate Championships (EYUC) der Altersklasse U17 statt. Die prestigeträchtige Anlage des ÖFB-Campus in Wien-Seestadt, Österreich wurde erst vor zwei Monaten eröffnet.

Auf viern tadellosen Rasenfeldern, die sowohl Kühlung als auch Heizung (im Winter) genießen sowie einem Kunstrasenfeld für die Warmups durften die Juniors ihre Ultimate-Spiele austragen.

Hervorzuheben ist, dass alle Spiele der EYUC über die Homepage des europäischen Verbands im Stream zu verfolgen waren. Neben den KI-gesteuerten VEO-Cams wurden auch zwei Felder mit manuellen Kameras professionell verfolgt und die Spiele im Stadion ebenfalls kommentiert.

Die Eröffnungsfeier am 03.08. zeigte, dass sich die Veranstalter*innen vor Ort in viel Arbeit auf das Event vorbereitet hatten. Die Professionalität des Events zeigte sich beispielsweise an der Schirmherrschaft des österreichen Ministeriums für Sport und die Grußworte der Ministerin, aber auch an der sehr minutiösen Planung von Shuttle-Bussen, Essensschichten des ansässigen Caterings, der Moderation von Eröffnungs- und Abschlussfeier und einem großen Aufgebot von Volunteers und Sponsoren.

Die beiden deutschen Teams waren während der Zeit der EYUC im Jugendgästehaus Brigittenau untergebracht. Dort waren ebenfalls die Sportler*innen aus Italien, Belgien und Österreich untergebracht.

Es ist zu erwähnen, dass während der EYUC eine große Hitzewelle herrschte und es tagsüber von bis zu 38°C kam. Da tat es gut, dass im Stadion für eine klimatisierte Playerslounge gesorgt worden war.

Ebenfalls wurde mit Hitze-Stufen gearbeitet und zusätzliche Trinkpausen sowie verlängerte Time-Outs eingebaut.

Vor dem sportlichen Beginn des Turniers hatten die Coaches in Wien am 02.08. eine Städtetour geplant, die die beiden Teams durch den 1. Bezirk mit den geläufigen Prachtbauten führte. Die Jungs hatten zusätzlich die Aufgabe erhalten in Kleingruppen kleine witzige Präsentationen über Orte zu halten. Die präsentierten Gedichte, Informationen sowie ein Rap erheiterten die Gruppe.

U17 Open

Die Jungs des U17 Open Nationalteams reisten mit 22 Spielern und dem Coaching-Team von Jakob Willich, Paul Brase und Julius Wierichs an.

Kurz vor dem Event hatte sich einer der Kapitäne des Teams eine schwerere Verletzung zugezogen. Dies beschäftigte die Mannschaft sehr. Er konnte als Sideline-Support trotzdem nachhaltig das Team unterstützen.

Nach vier gemeinsamen Trainingslagern hatte sich das U17 Open Team das sportliche Minimalziel gesetzt, das Viertelfinale zu erreichen und hatte das Motto „Gemeinsam hustlen mit Spaß“ und immer „locked in“ sein erarbeitet. Als Maskottchen hatten sie ein Erdmännchen gewählt, welches auch mit einem Stencil auf Warmup-Shirts gesprayt worden war.

Den Coaches gefiel die soziale Kohäsion des Teams, was eine angenehme Zusammenarbeit zwischen Trainern und Spielern schaffte.

Am 04.08. begann das erste Spiel gegen Belgien am späten Nachmittag bei mehr als 36°C. Die Belgier spielten entschlossen, dynamisch und angstfrei sodass das deutsche Team schnell einem Rückstand hinterherlief. Am Ende mussten sie sich 13:5 geschlagen geben.

Am 05.08. folgte Israel als zweiter Gegner. Dieses Spiel konnte für die beiden defensiven Lines der Deutschen ausgenutzt werden, da die Israelis häufig zu Fehlern gezwungen wurden und am Ende 13:4 für die deutschen Jungs ausging. Dieses Spiel ermöglichte vielen Spielern auf das Statistikbrett mit Assist oder Goal zu kommen.

Am Nachmittag desselben Tages fand das entscheidende Spiel gegen Großbritannien (GB) statt. In der Gruppe wollten sich die Deutschen unbedingt besser als Rang 4 behaupten, um nicht Frankreich bereits im Viertelfinale zu treffen.

Mit ein paar taktischen Anpassungen konnte man tatsächlich früh davonziehen und schlussendlich sehr deutlich mit 12:5 das Spiel beenden. Dies bedeutete große Erleichterung für die deutschen Jungs.

Auch hier zeigten sich viele Highlights der D-Liner, die Break um Break holten.

Am Donnerstag, 06.08. wurde dann vormittags das letzte Gruppenspiel gegen Italien ausgespielt. Besonders das Coaching der Italiener war bereits im Vorfeld als überaus hitzig und emotional aufgefallen. Mit dem Game-Plan die Italiener früh zu hektischen Wurfentscheidungen zu bringen konnten die deutschen Jungs erneut früh „ihren Stiefel durchziehen“. Im Mittelteil des Spiels folgte kurzzeitig die Führung der Italiener, da die O-Line des deutschen Teams kurzzeitig durch die italienische Defence unsicher wurde. Doch ab Minute 38 konnten dann wieder die D-Liner der Deutschen zeigen, welchen Willen sie hatten. Nach dem Rückstand von 3:5 konnten die Gegner im Anschluss nur noch einen Hold durchbringen. Danach rollte der „Break-Train“ und bescherte den Deutschen einen 9:6 Sieg.

Mit diesen Ergebnissen zogen die deutschen Jungs als Zweitplatzierte ihrer Gruppe ins Viertelfinale gegen Schweden ein.

Mit einem stabilen 13-8 Sieg konnten sie danach auf das Halbfinale gegen Frankreich blicken.

Die Franzosen waren ohne große Probleme Gruppenerste im Pool B geworden. Daher ging man mit Respekt aber auch mit dem Willen ins Spiel, von Anfang an auf die „Tube zu drücken“.

Tatsächlich gelang dies den deutschen D-Linern erneut und es kam zur frühzeitigen 4:1 Führung.

Im Anschluss gingen der O-Line jedoch gegen eine massive französische Zonenverteidigung die Mittel aus, sodass sich Frankreich die frühen Breaks zurückholte.

Im abschließenden Universe-Punkt gelang es der D-Line zwar einen französischen Turn zu provozieren, aber diese Chance konnte nicht verwandelt werden. Mit einem mutigen Overhead-Wurf auf die geschlossene Seite bei Rückenwind gelang es den Franzosen das Halbfinale 6:7 zu gewinnen.

Mit etwas hängenden Köpfen gingen die deutschen Jungs in die Mittagspause. Aufmunternde Worte der Coaches, Kapitäne und Eltern aber auch Zeit zum Erholen halfen, um frohen Mutes auf das Spiel um Bronze gegen die Schweiz am späteren Nachmittag zu schauen.

Als Favoritenrolle war es dann jedoch umso bitterer, dass die O-Line nicht ihren Rhythmus fand und Fehler machten, die sonst nicht passiert waren.

Die Schweiz führte 6-9 zu Beginn der zweiten Halbzeit.

Nach mehreren emotionalen Weckrufen der Coaches konnte eine deutsche Zonenverteidigung das taktische Mittel werden, um die Schweizer vor eine unlösbare Aufgabe zu stellen.

Die Defence holte fünf Breaks am Stück und drehte das Spiel unter den Augen der zahlreichen mitgereisten Fans im Stadion.

Mit einem 12-9 Endstand gewann die deutsche Delegation die Bronze-Medaille. Neben dem Jubel flossen auch viele Tränen auf beiden Seiten der Trauer und des Stolzes.

Das Coachingteam ist sehr stolz auf die Leistungen der Jungs. Mit einer Top-4 Platzierung, einem zweiten Spirit-Platz und vielen spannenden Spielen können alle sehr zufrieden nach Hause fahren.

Aus dem Team scheiden neben 15x 2010er Spielern auch die beiden Coaches Paul Brase und Jakob Willich aus. Der DFV bedankt sich bei beiden Trainern für Ihren jahrelangen ehernamtlichen Einsatz und sieht mit Freude die Weiterentwicklung im U17 Jungen Team.

Julius Wierichs wird gemeinsam mit Robin Zell (Hamburg) und Christoph Zimmermann (Aachen) die Leitung weiterführen.

U17 Women

Auch das deutsche U17 Women Nationalteam blickt auf eine überaus erfolgreiche EYUC zurück und sicherte sich am Ende einen tollen 3. Platz.

Im Halbfinale traf das Team auf Italien und musste sich nach einem knappen und umkämpften Spiel mit 6:8 geschlagen geben, wodurch der Weg ins Finale verwehrt blieb.

Im Spiel um Platz drei gegen Belgien zeigten die deutschen Mädchen dann jedoch eine überzeugende Leistung und entschieden die Partie deutlich mit 11:7 für sich. Mit diesem klaren Erfolg sicherte sich das Team die Bronze-Medaille und krönte damit eine starke Turnierwoche.

Das Coachingteam bedankt sich bei den unterstützenden Familien und Kooperationspartnern der Saison 2026.

Ein ausführlicher Bericht der U17 Mädchen wird nachgereicht.