Richtungsweisende Diskussionen

AMG-BeckumDFV-Jugendversammlung und Ultimate-Jugendversammlung stellen Weichen für eine weiterhin gute Entwicklung der Jugendarbeit im DFV

Am Samstag, den 19.03.2016, fanden in Beckum am Rande der Deutschen Junioren Ultimate Meisterschaft in Beckum die Jugendversammlung des DFV und die Jugendversammlung der Ultimate Abteilung statt. Während sich die Spielerinnen und Spieler zwischen 20 und 22 Uhr im Beckumer Hallenbad austoben konnten, wurde zeitgleich mit insgesamt 30 Vereinsvertretern intensiv über die Zukunft der Jugendarbeit des DFV diskutiert.

Bereits zu Anfang der Jugendversammlung musste ein kommissarischer Leiter der Sitzung benannt werden, da Martin Reckmann, bisheriger Jugendvorsitzender, leider verhindert war. Daher wurde von den insgesamt 21 teilnehmenden Vereinen Dominik Dannehl, Vorsitzender der Ultimate-Jugend, der sich ebenfalls um die Nachfolge als Jugendvorstand des DFV bewarb, zum Leiter der Versammlung bestimmt.

Dominik Dannehl folgt Martin Reckmann nach

Dominik-DannehlAlle Wahlen und Beschlüsse der Sitzung haben keinen bindenden Charakter, sondern erfassen lediglich das Stimmungsbild in der Jugend, da die offizielle Einladung zur Versammlung zu spät erfolgte. Durch den Wandel der Organisationsstruktur des DFV hätten sowohl die Fachsportabteilungen Ultimate und Discgolf, sowie die Landesverbände Delegierte für die Versammlung bestimmen müssen. Dies war im kurzen Zeitraum vor der Versammlung leider nicht möglich, sodass auch kein offizieller Nachfolger von Martin Reckmann bestimmt werden konnte. Trotzdem wurde Dominik Dannehl einstimmig bei einer Enthaltung kommissarisch zum Vorsitzenden der DFV Jugend gewählt.

Alle weiteren Anträge, die auf der Tagesordnung standen, wurden von der Versammlung intensiv besprochen und es wurden Handlungsanweisungen für die Zukunft formuliert, auch wenn formal kein Beschluss gefasst werden konnte.

Somit folgte die Versammlung dem Vorschlag, der Auflösung des Supporter’s Clubs zuzustimmen. Die Förderung von Nationalspielern wird in Zukunft von den Fachsportabteilungen durchgeführt werden. Die Ultimate Abteilung wird in den folgenden Tagen ein neues Förderkonzept für Nationalspieler verabschieden. Weiterhin wurde dafür gestimmt, dass ein Frisbeesport-Abzeichen eingeführt wird. Dieses Konzept wurde noch von Martin Reckmann erarbeitet und kann von jedem Verein vergeben werden, der im DFV gemeldet ist. Es eignet sich besonders für Sportfeste, wo Interessierte einen Parcours durchlaufen müssen und dann je nach Leistung eine Bronze-, Silber- oder Goldurkunde erhalten. Das Material und die Bewertungsbögen werden in der nächsten Zeit auf der DFV-Homepage zur Verfügung gestellt werden.

PasskönigJugendschutz und Landes-Ansprechpartner

Hitzig diskutiert wurde die Frage, welche tägliche Spielzeitgrenzen für Juniorenspieler aus Jugendschutzgründen definiert werden sollen und wie diese ausgestaltet sein müssen. Außer Frage steht, dass diese Problematik in naher Zukunft beantwortet werden muss, da der Gesetzgeber dies vorschreibt. Der ursprüngliche Antrag beinhaltete eine Orientierung an den Begrenzungen im Fußball. Da jedoch der berechtigte Hinweis einging, dass Fußball ein anderes Belastungsschema aufweist als Ultimate, sollte man sich eher an Handball oder Basketball orientieren. Daher wurde der Auftrag erteilt, dass diese Frage mit dem Bildungsvorstand des DFV, Ralf Simon, bearbeitet werden soll, da er unbestreitbar eine große Expertise über die Belastungsanforderungen im Ultimate vorweisen kann.

Einstimmig wurde die Empfehlung an die Landesverbände gegeben, einen Ansprechpartner für die Jugend zu benennen. Dies ermöglicht eine stärkere Vernetzung, welche im Jugendbereich von besonderer Bedeutung ist, da Jugendarbeit per se vor allem regional erfolgen muss.

Dagegen wurden zwei andere Punkte deutlich kontroverser diskutiert: Die Jugendversammlung machte sich Gedanken darüber, wie eine weitere Jugendförderung aussehen könnte. Hierbei wurde vor allem auf die besondere Rolle der Erstligateams im Ultimate verwiesen und angeregt, dass diese verpflichtend Jugendmannschaften unterhalten sollten, wie es auch in anderen Sportarten üblich ist.

Jugendförderung und sportartenübergreifende Annäherung

Die Gründung von Jugendmannschaften von Erstligateams hat besondere Vorteile, da die Jugendspieler von den Besten lernen und diese so für ihren eigenen Nachwuchs sorgen. Obwohl dies bereits von den meisten Erstligamannschaften durchgeführt wird, muss man die personelle und zeitliche Belastung kritisch bedenken. Daher wurde von der Versammlung die Empfehlung ausgesprochen, dass sich Erstligamannschaften darüber Gedanken machen sollen, bis wann sie die Einführung von verpflichtenden Jugendmannschaften einrichten könnten.

Spiritcamp-Logo-300x300Der andere besonders kontroverse Punkt war der Vorschlag, dass in Zukunft die Junioren DM im Ultimate und Discgolf outdoor zusammen ausgetragen werden sollen . Befürworter verweisen auf die Tatsache, dass dadurch die Distanz zwischen den Sportarten abgebaut wird und man mehr Respekt vor dem Tun der anderen gewinnt – wie dies vorbildlich in den Spiritcamps 1 und 2 der Hannoveraner Funaten in Kirchheim-Eisenberg vorgelebt wurde. Zeitgleich zur Junioren DM indoor 2016 fand in Beckum auch ein Fortbildungslehrgang der Discgolf-Jugend in Beckum statt, im Zuge dessen die Discgolfer zusammen mit den Ultimatern übernachteten und gemeinsam aßen.

Des Weiteren wäre es kein Problem für die Discgolfer eine DM an jedem beliebigen Ort ausrichten zu müssen, da sie nicht auf eine besonders gut ausgebaute Infrastruktur angewiesen sind. Ein Parcours kann überall mit Hilfe von mobilen Körben aufgebaut werden. Kritisch wurde von den Teilnehmern die Tatsache gesehen, dass eine DM der falsche Ort für Annäherung sei, da die Sportler maximal auf das Turnier und die eigene Leistung fixiert seien. Vielmehr wurde vorgeschlagen, dass sportartenübergreifende Trainingslager ausgerichtet werden, wie eines zum Beispiel im Sommer in Beckum geplant ist.

Ultimate Jugendversammlung im Anschluss

Nachdem bereits zwei Stunden intensiv über oben genannte Punkte beraten worden war, ging es direkt im Anschluss weiter mit der Ultimate Jugendversammlung. Hier stand vor allem der Tätigkeitsbericht von Dominik Dannehl im Vordergrund, in dem er die Erarbeitung eines Fachbriefs für Ultimate skizzierte und den Teilnehmern den bisherigen Stand der Dinge präsentierte.

Obwohl die Einberufung der Ultimate Jugendversammlung fristgerecht und formal einwandfrei durchgeführt worden war, konnten wie bei der Jugendversammlung keine verbindlichen Beschlüsse gefasst werden, da ebenfalls keine Delegierten von den Landesverbänden benannt worden waren.

Trotzdem wurde eine neue Nomenklatur für Junioren-Turniere vorgeschlagen, da dies in der Vergangenheit oftmals unterschiedlich gehandhabt wurde. Man einigte sich auf die Formel „Deutsche Junioren Ultimate Meisterschaft indoor/outdoor“, welche an die Formulierung „EYUC“ des EUF angelehnt ist.

Eine richtungsweisende Empfehlung wurde für die zukünftige Durchführung von Deutschen Meisterschaften ausgesprochen. Nachdem bereits auf der letzten Jugendversammlung der Ultimate Abteilung darüber beraten wurde, ob alle drei Divisionen (U14, U17 & U20) zusammen an einem Standort ausgetragen werden oder getrennt werden sollten, konnte man sich nun darauf einigen, alle Divisionen an einem Standort auszutragen. Um trotzdem weiterhin Ausrichter für eine DM zu finden, war man sich einig, dass die Teilnehmerzahl reduziert werden müsse.

Daher entschied man sich für die Einführung von Vorentscheidungsturnieren, die von der Ultimate Jugend koordiniert werden. Weitere Vorteile für die Einführung von regionalen Vorentscheidungsturnieren liegen auf der Hand: Anfängermannschaften können dadurch vorerst regional Erfahrungen sammeln, ohne langwierige Anreisen auf sich nehmen zu müssen. Gleichzeitig werden dadurch mehr Turniere für die Jugend angeboten. Weiterhin wird die Planungssicherheit für die Ausrichter von Deutschen Meisterschaften erhöht. Um eine gleichmäßige und faire Verteilung der Spots zu gewährleisten, wird in naher Zukunft eine Unterteilung in Regionen vorgenommen werden. Hierzu wird von der Ultimate Jugend ein Vorschlag erarbeitet.

Die Sitzung wurde schließlich von Dominik Dannehl beschlossen mit dem Hinweis, dass ein Nachfolger für den Vorsitz der Ultimate Jugend gesucht werden muss. Er erklärte, dass er die Doppelbelastung als DFV Jugendvorstand und als DFV Ultimate-Jugendvorsitzender vermeiden möchte und ruft daher dazu auf, geeignete Personen zu finden und dafür zu gewinnen, an seiner Stelle mit Interesse und Freude die Geschicke der Ultimate-Jugend ab der kommenden Sitzung im Herbst 2016 mitzubestimmen.

Das Protokoll der DFV-Jugendversammlung steht ganz unten auf der DFV-Jugendseite.


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