DFV folgt Prinzipien des Good Governance

Erfolgreiche Strategietagung Ende Februar/Anfang März im DFV Bundesleistungs-Zentrum an der TU Darmstadt – Johannes Schöck ist als DFV Vizepräsident ab sofort zuständig für Good Governance

Bei der diesjährigen Strategietagung des DFV drehten sich beide Tage um Aspekte von Good Governance. Das Schlagwort lässt sich mit „guter Verbandsgestaltung“ übersetzen und umfasst die Bereiche der Transparenz, politischer Teilhabe, Rechenschaftspflicht/Kontrolle sowie das weite Feld der gesellschaftlichen Verantwortung. DFV Vizepräsident Johannes Schöck hat sich für das Thema verantwortlich erklärt.

Eine internationale Studie untersuchte 2018 Sportverbände aus acht europäischen Ländern und Brasilien in Hinblick auf das Erfüllen von 46 Prinzipien in den vier Bereichen. Dabei ergab sich, dass Deutschland in Sachen Good Governance „Entwicklungsland“ ist (Deutschlandfunk, 17.11.2018). Für den DFV ist der Zeitpunkt noch vor einer offiziellen Anerkennung gut gewählt, um frühzeitig die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.

Am Samstag bestand die Versammlung aus Mitgliedern des Präsidiums, zusammen mit erweiterten Vorständen (so den Vorständen der drei Sportabteilungen Ultimate, Disc Golf und Freestyle Disc) sowie Beauftragten. Es setzte sich der Konsens durch, dass der Prinzipienkatalog der Good Governance-Studie als Leitfaden für gute Wachstumsbedingungen gelten kann. In der Folge wurden Schwerpunkte bestimmt, um die sich der Verband neben seinem Tagesgeschäft vorrangig kümmern sollte.

Stärkere Mitgliederzentrierung und Transparenz

Diese Schwerpunkte betreffen im Bereich gesellschaftlicher Verantwortung allen voran eine stärkere Mitgliederzentrierung. Die Management-Beratung der DFV-Mitglieder, die perspektivisch nur noch aus den Landesverbänden aus allen Bundesländern bestehen werden, ist hier der erste Punkt. Weiter stehen die Themen Prävention Sexualisierter Gewalt, ökologische Nachhaltigkeit und Sport für alle (im Sinne von nicht wettkampforientiertem Breitensport) auf der Agenda.

Hinsichtlich der Transparenz des Verbandes steht die Veröffentlichung von Vorstandsentscheidungen etwa im Rahmen der monatlichen Telefonkonferenzen, sowie eine bessere Information über Athleten und Clubs auf dem Programm. In Bezug auf interne Kontrolle soll das schon angestoßene Einrichten eines einheitlichen Finanzkontrollsystems weiterverfolgt werden. Die weiteren Themen zu Kontrolle, aber auch zu demokratischen Prozessen betreffen vor allem Grundsatz- oder sogar Satzungsfragen: so eine differenzierte Zusammensetzung des Vorstands zu gewährleisten, die Wiederwählbarkeit perspektivisch zu befristen, das Vermeiden von Interessenskonflikten in die Satzung aufzunehmen und die Gewaltenteilung im Verband.

Im weiteren Verlauf des Samstags wurden Themen der DFV Gender-Beauftragten und der DFV-Frauenbeauftragten diskutiert, einmal zur Prävention Sexualisierter Gewalt und zu der in Arbeit befindlichen Trans Policy des Verbandes, sowie Projekte zur Förderung der Frauen im Frisbeesport. Später ging es um IT-Prozesse, betreffend die Datenbank, die Nutzung von Office365 als Collaboration Tool, Entwicklungen der Homepages, sowie aktuelle Pläne zur Nutzung von Social Media und eines WebShops (geplant). Die letzten beiden Punkte wurden verknüpft mit der Vorstellung eines Programms für verstärkte Social Media-Präsenz ab 2020, über das gesondert informiert werden wird.

Berichte aus sechs von acht Landesverbänden

Am Sonntag bildete sich eine neue Runde mit Vertretenden zahlreicher Landesverbände, zusammen mit DFV-Vorständen und dem DFV Landesverbands-Koordinator Florian Auferoth. Dieser hatte bereits im Vorfeld Themenwünsche der Landesverbände abgefragt und leitete durch die Sitzung. In den ausführlichen Berichten aus den Verbänden in Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zeigten sich erneut die großen Unterschiede des Aktivitätengrades, aber auch der Ansprüche der einzelnen Verbände. Auch das Thema der Neugründungen weiterer Landesverbände und die Situationen in verschiedenen Bundesländern wurden behandelt.

Im Anschluss an den Gedankenaustausch zu Beginn folgte eine Präsentation der Ergebnisse des Vortages. Neben den Entwicklungen, die durch die neuen Koordinator*innen angeschoben wurden, wurden auch die priorisierten Good Governance-Bereiche und eine Vereinbarung zur gemeinsamen Gestaltung des Frisbeesports in Deutschland vorgestellt. Anschließend wurden die von den Landesverbänden genannten wichtigsten Arbeitsfelder zur Wahl gestellt, zu welchen sich daraufhin Arbeitsgruppen bildeten. Vier Arbeitskreise beschäftigten sich zweimal mit IT-Lösungen (einmal interne Kommunikation, Collaboration und Eventkalender und einmal Datenbankfragen), sowie mit der Sichtbarkeit der Landesverbände, vor allem durch Umsetzung eines Spielbetriebs, und mit der Frage, wie die Mitwirkung von Ehrenamtlichen gestärkt werden kann.

Am Abschluss beider Tage gaben die Teilnehmenden sehr positive Rückmeldungen in Hinblick auf Intensität und Effektivität der Sitzungen. Insbesondere die Landesverbands-Vertretenden äußerten den Wunsch sich öfter zusammenzusetzen. Weitere Berichte zu einzelnen Themenfeldern der Sitzungen werden folgen.


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