WJUC2016: Deutsche Teams auf Plätzen 7 und 10

WJUC2016_Teams_mit_coachesAbschlusstag bei Junioren Ultimate-WM jeweils mit einem Sieg und einer Niederlage

Die beiden deutschen Teams bei der Junioren Ultimate-WM im polnischen Wroclaw haben beide unter den Top 10 der Welt abgeschnitten. Am Abschlusstag verloren die Juniorinnen zuerst 14:15 gegen Neuseeland und gewannen dann das Spiel um Platz 7 gegen die Schweiz mit 14:12. Die männlichen Junioren gewannen zunächst ihr Überkreuzspiel gegen Frankreich mit 15:10 und verloren zuletzt ihr Spiel um Platz 9 gegen Belgien mit 12:15.

Mit den gezeigten Leistungen können beide deutsche Teams und ihre Trainer sehr zufrieden sein, wenngleich sich insbesondere die Männer einen etwas besseren Platz erhofft hatten. Doch vor allem im Juniorenbereich zählt nicht vorrangig die Platzierung, sondern die kontinuierliche und sichtbare Entwicklung des vorhandenen Potenzials. Zudem waren viele Spiele in beiden Divisionen so eng, dass – je nach Tagesform und Spielverlauf – auch ganz andere Endplatzierungen möglich gewesen wären.

Die Finale in beiden Divisionen lauteten wenig überraschend USA gegen Kanada (Ergebnisse standen bei Veröffentlichung noch nicht fest). Die Bronzemedaillen gingen bei den Frauen an Kolumbien, die die starken und im Durchschnitt noch sehr jungen Niederländerinnen mit 14:9 schlugen und bei den Männern an Großbritannien, die Österreich mit 14:9 schlugen. Zum Vergleich: Die beiden deutschen Teams haben gegen die jeweils Viertplatzierten beide auch nur sehr knapp verloren, die Junioren gegen Östereich 13:15 und die Juniorinnen gegen Holland 14:15.

WJUC2016_Mädchen-SchweizVor allem das deutsche Juniorinnenteam – nach sechs Jahren zum letzten Mal unter der Leitung von Marco Müller – hat sehr viele sehr enge Spiele gehabt. Dreimal ging in es in den Universe Point, auch das abschließende Platzierungsspiel war offen bis zum Schluss. Erstmals gelang nach dem 5:5 das entscheidende Break, wonach zwei Punkte Vorsprung zu Buche standen. In Überzeit verkürzten die Schweizerinnen noch einmal auf 12:13, ehe der Sieg eingefahren werden konnte. Es zeigt sich, in anderen Ländern Europas, aber auch weltweit, wird ebenfalls gute Jugendarbeit geleistet.

Aber nochmals: Im Jugendbereich zählen nicht vorrangig Titel, sondern es zählt, Spielerinnen und Spieler in ihrer Entwicklung zu möglichst guten Teamleistungen hinzuführen. Dazu zählen neben athletischen Grundlagen auch Wurfsicherheit, taktische Varianten und das Sammeln von Erfahrungen auf hohem Niveau, um unter Druck die jeweils richtigen Entscheidungen zu treffen. Und nicht zuletzt gehört gerade im Sport Ultimate auch Regelkenntnis und ein erweitertes Verständnis des Spirit of the Game hinzu, um auch trotz enger Spiele und starkem Druck gleichbleibend in der Regelauslegung zu bleiben.

Wenn behauptet wird, dass Ultimate ein „Fehlervermeidungsspiel“ ist, dann waren sämtliche Teams auf dieser Junioren Ultimate-WM noch weit von perfektem Ultimate entfernt. Selbst die dominanten US-Boys hatten trotz hoher Siege immer noch durchschnittlich mehr als 10 Turnover pro Spiel (die US-Girls noch weit mehr). Das lag zum Großteil auch an sehr windigen Verhältnissen. Zum Vergleich: Selbst im sehr guten Überkreuzspiel der deutschen Junioren gegen Frankreich, das sie 15:10 gewannen, unterliefen ihnen ganz 26 Turnover. Lediglich acht Punkte des Spiels wurden ohne Turnover erzielt, diese waren alle in der ersten Halbzeit.

WJUC2016_Jungs-BEL2Ganz anders im weniger windigen Abschlussspiel Deutschland gegen Belgien, ein Rückspiel aus dem Powerpool. Dort genügten den Belgiern zwei Turnover, um auf 5:2 davon zu ziehen. Insgesamt nur zehn Turnovern der Deutschen standen insgesamt nur acht der Belgier gegenüber, die in dieser hoch konzentrierten Partie am Ende mit 15:12 gewannen. Alle Ergebnisse unter http://wjuc2016.ultimate-scores.com/.


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