Zwei Ungeschlagene pro Division – und ein Wochenende, das alles entscheidet

Vorbericht zum Finalwochenende der Outdoor-Meisterschaften 2026, 12./13. September

Nach dem ersten Spielwochenende Ende August steht in beiden Divisionen ein Bild da, das verdächtig aufgeräumt wirkt: In der Frauen- wie in der Open-Division führt jede der beiden Vorrunden ein Team ohne Niederlage an. Wer daraus schließt, die Titel seien vergeben, unterschätzt allerdings, wie viel am 12. September noch gespielt wird. Die Vorrunden sind nämlich keineswegs beendet – jedes Team der 1. Ligen hat noch zwei Round-Robin-Partien vor der Brust, ehe überhaupt feststeht, wer im Top-8-Bracket auf wen trifft. Erst danach beginnt die K.o.-Runde, die am 13. September die Medaillen verteilt.

Gespielt wird an sieben Orten: Die 1. Liga Frauen trägt ihr zweites Spielwochenende in München aus, die 1. Liga Open in Frankfurt am Main. Die 2. Ligen Nord beider Divisionen sind gemeinsam in Dresden zu Gast, die 2. Liga Süd der Frauen teilt sich Nürnberg mit der 3. Liga Süd-Ost Open. Die 2. Liga Süd Open spielt in Erlangen, die 3. Ligen Süd-West Open in Darmstadt. Die 3. Liga Nord wurde mit vier Teams an nur einem Spielwochenende Ende August in Leipzig ausgespielt.


Frauen-Division

1. Liga: MUC und Heidees ohne Niederlage

Am ersten Wochenende waren die beiden Vorrunden noch getrennt: Pool A spielte in Freiburg im Breisgau, Pool B in Würzburg. In München kommen die Gruppen nun erstmals zusammen – und lesen sich fast wie Spiegelbilder. In Gruppe A steht MUC bei 5:0 Siegen und 75:21 Punkten, in Gruppe B die Heidees bei 5:0 und 75:22. Eine Punktedifferenz von +54 gegen +53 – näher kann man sich kaum kommen, ohne sich zu begegnen. Und genau das ist der Punkt: Treffen können die beiden erst im Finale.

Beide haben ihre Vorrunden nicht gewonnen, sondern erledigt. MUC ließ Black Foxx (15:3), SPOKO (15:3) und die Bonobos Bonobabes (15:3) nicht über drei Punkte hinauskommen und schlug mit Mainz Ultimate den stärksten Gruppengegner mit 15:7. Die Heidees wiederum kassierten in fünf Spielen nur 22 Gegenpunkte. Wer hier den Favoriten sucht, findet zwei.

Dahinter wird es interessanter. In Gruppe A hat Mainz Ultimate (4:1) die Rolle des ersten Verfolgers übernommen und sich mit einem 15:12 gegen Jinx Midnight ein enges, aber verdientes Polster geholt. Jinx Midnight (3:2) und Black Foxx (3:2) trennt nur die Differenz, und dahinter drängeln SPOKO und Endamazonis mit je 2:3 – deren direkte Begegnung endete 11:10 für SPOKO und entscheidet aktuell die Platzierung. Für die Qualifikation zum Top-8-Bracket, in dem A1 auf B4, A2 auf B3, A3 auf B2 und A4 auf B1 trifft, ist also noch alles offen.

In Gruppe B ist die Ausgangslage noch schärfer. Zamperl (4:1) und U de Cologne (4:1) sind punktgleich in der Bilanz, haben aber noch nicht gegeneinander gespielt – ihre Partie am 12. September ist das Schlüsselspiel der Gruppe.

Auch am Tabellenende bleibt es spannend. Bonnsai, Hucks und FT Würzburg Ultimate stehen alle bei 2:3 und liegen innerhalb von 16 Punkten Differenz; Würzburg hat mit dem 15:14 gegen U de Cologne den größten Coup der Gruppe gelandet. Ganz unten stehen Seagulls Ocean (Gruppe A) und das zweite unter dem Namen MUC gemeldete Team (Gruppe B) jeweils bei 0:5.

2. Liga Nord und Süd: zwei klare Ansagen

Im Norden hat Nullacht! Ultimate vier Spiele gewonnen und dabei 60:15 Punkte gemacht – eine Bilanz, die keine Fragen offenlässt. Undercover folgt mit 3:1 und einer noch besseren Defensive (21 Gegenpunkte), verlor allerdings überraschend 11:14 gegen die Goldfingers. Die direkte Begegnung Undercover gegen Nullacht! am 12. September entscheidet die Gruppe, davor wartet auf Nullacht! noch Family Ultimate.

Im Süden liefert DisKAdo die vielleicht beeindruckendste Zahl des gesamten Wochenendes: 75:4 Punkte aus fünf Spielen. Vier Gegenpunkte. Ars Ludendi (5:1) und die Kesselcatchers (4:1) sind die einzigen Teams mit realistischer Titelchance, kassierten gegen DisKAdo aber ein 2:15 respektive ein 2:15.

In beiden Ligen fehlt am Finalwochenende je ein Team: Die Frizzly Bears (Nord) und MissTÜrious (Süd) haben ihre Teilnahme am zweiten Spielwochenende abgesagt. Ihre Partien werden mit 0:15 gewertet, was die Tabellenbilder in beiden Gruppen verzerrt – für die sportliche Entscheidung an der Spitze ist es ohne Bedeutung.


Open-Division

1. Liga: Wall City gegen Bad Skid – wenn alles nach Plan läuft

Auch hier zwei makellose Bilanzen, aber mit deutlich weniger Komfort erspielt. Wall City führt Gruppe A mit 5:0, musste dafür allerdings arbeiten: 15:12 gegen M.U.C., 15:10 gegen die Heidees, 15:8 gegen BORA.

In Gruppe B steht Bad Skid bei 5:0 und +29, mit dem 15:12 gegen Hardfisch als engstem Moment. Die Rollenverteilung ist damit klar, die Vorentscheidung aber keineswegs: Beide Topteams haben noch je zwei Vorrundenspiele, und beide Gruppen sind darunter außergewöhnlich eng.

Wie eng, zeigt Gruppe A: Zwischen Rang drei (M.U.C., 3:2, +9) und Rang sieben (Frühsport 02, 2:3, −13) liegen 22 Punkte Differenz und eine einzige Niederlage. BORA, bff und Ars Ludendi stehen alle bei 2:3 innerhalb von drei Punkten Differenz. Selbst Sturm und Drang I, mit 0:5 Tabellenletzter, verlor gegen die Heidees nur 14:15 – von einer klaren Abstiegskonstellation kann keine Rede sein. Die Heidees (4:1) haben sich als zweite Kraft der Gruppe etabliert; ihre einzige Niederlage kam gegen Wall City.

Gruppe B ist womöglich die spannendste Gruppe des gesamten Turniers. Frizzly Bears, Hardfisch und Disckick stehen alle bei 3:2, Late Game, 7Schwaben und Werfwölfe alle bei 2:3 – sechs Teams, deren Differenzen zwischen +15 und −10 liegen. Dass die Frizzly Bears trotz der schlechtesten Differenz dieses Trios auf Rang zwei stehen, verdanken sie dem direkten Vergleich: 15:13 gegen Hardfisch. Hier kann ein einziges Ergebnis am 12. September ein Team vom Viertelfinale in die Zwischenrunde C oder D schieben. Nur Hard2fisch (0:5) scheint gesetzt – am Ende der Tabelle.

Für die Endabrechnung heißt das: Das Top-8-Bracket entscheidet über Gold, Silber und Bronze, die Zwischenrunden C und D über die Plätze 9 bis 16, dazu kommen ein Spiel um Platz 9, ein Relegationsspiel um Platz 11 und die Begegnung der beiden Gruppenletzten um Platz 15.

2. Liga: Gummibärchen souverän, im Norden noch vielen offen

2. Liga Süd (Erlangen): Gummibärchen haben mit 5:0 und +32 die Gruppe im Griff, Wurstkultur (4:1) kassierte gegen sie ein 8:15. Dahinter liegen Lahntalknaben und Paradisco (je 3:2) sowie ein Verfolgerfeld aus Feldrenner, Air Support, Unwucht Erlangen und THW, das nur elf Punkte Differenz trennen.

2. Liga Nord (Dresden): Hier steht die Gruppe faktisch auf dem Kopf. Funatics, NU Open und Bremen Ultimate liegen alle bei 4:1, dahinter folgen Bonnsai und EazyEastKoast mit 3:2 – und EazyEastKoast hat ausgerechnet die Funatics mit 15:14 geschlagen. Bemerkenswert ist Windhosen Wilhelmshaven: 0:5 Siege, aber nur −12 Punkte Differenz, mit Niederlagen von 14:15, 13:15, 12:15 und 13:15. Kein Team hat mehr Pech im Gepäck.

3. Liga: eine Entscheidung ist schon gefallen

In der 3. Liga Nord ist der erste Titelträger bereits ermittelt: Family Ultimate gewann in Leipzig die Vorrunde ohne Niederlage und setzte sich im Finale mit 15:9 gegen DJ Dahlem durch, Bronze ging an Ultimate Lions Essen.

In der 3. Liga Süd-West haben die Bad Raps mit 5:0 und 75:20 Punkten die Rückrunde zur Formsache erklärt – zumindest auf dem Papier. ULMtimates (4:1) sind der einzige ernsthafte Verfolger und schlugen Sturm und Drang II mit 11:6.

In der 3. Liga Süd-Ost führen die Ratisbona Eagles mit 4:0, doch Schwabinger Frisbee Buam & UaS (3:1) und GinPANsen (3:1) sind nah dran – getrennt nur durch deren direktes 15:14 zugunsten von GinPANsen. Ratisbona gegen Schwabinger am 12. September ist das Spiel der Liga.

Alle Ergebnisse sind unter https://scores.frisbeesportverband.de/?view=teams&season=dmo26&list=bystandings zu finden.