#30JahreDFV: Fahrradtour mit Ferienjob

Michael Deters erinnert sich an seine spontanen Reise zur U24 Ultimate-WM 2019

Am Ende des Jahres 2018 gab es zwei offene Trainingslager der Open- und Mixed-Mannschaften und mir wurde als unerfahrener Spieler gesagt, dass ich das doch mal ausprobieren soll. Beide Trainingslager waren sehr schön und intensiv, besonders toll war es die anderen Spieler*innen kennen zu lernen.

Ein paar Monate später habe ich dann gemerkt, dass die U24-WM während meiner Ferien stattfindet. Da ich sonst nichts vorhatte, wollte ich mir das Spektakel nicht entgehen lassen, die Teams unterstützen und vor allem die Leute wieder treffen.

Also habe ich mich im nordischen Lübeck kurzerhand auf mein Rad geschwungen und eine Radtour gestartet. Nach mehreren Tagen bin ich pünktlich zwei Stunden vor der Eröffnung in Heidelberg angekommen und habe mich auf die Suche nach dem Sportplatz gemacht, wo bereits bekannte Gesichter rumliefen. Durch die spontane Planung und die kurzfristige Ankunft hatte ich mich allerdings kaum um einen Schlafplatz kümmern können und nur für die erste Nacht etwas gefunden – alle Jugendherbergen belegt und die bezahlbaren Hotels auch. Also was tun?

Erstmal die Eröffnungszeremonie und das erste Spiel schauen. Die deutschen Damen gegen Belgien. Das Spiel war eher einseitig, aber in der Halbzeitpause wurden zwei Freiwillige gesucht, die eine Scheibe gewinnen können. Die Chance ließ ich mir nicht nehmen und bin schnell aufs Feld gerannt. „Wer die Scheibe näher an den Korb wirft, bekommt sie geschenkt.“ Zum meinem Glück hat mein Gegenspieler etwas weiter weggeworfen und mir wurde die Scheibe überreicht.

Und das Glück schien weiter auf meiner Seite zu sein. Denn nach dem Spiel kam die Idee auf, dass ich ja möglicherweise für Kost und vor allem Logis als Volunteer arbeiten könnte. Im Büro wurde mir dann etwas gesagt wie: „Ja, super! Es sind sowieso zu wenige Volunteers angereist. Wir schauen morgen mal, was Du für Aufgaben bekommst.“ Schon hatten sich meine Schlafplatz-Probleme in Luft aufgelöst und ich war sogar mit einem Freund in einem Zimmer!

Um den Tag abzurunden sind wir dann in die Heidelberger Innenstadt gefahren (mit einer Volunteer-Flagge in der Hand!), um ein fantastisches Feuerwerk mitzuerleben.

Im Laufe der WM gab es dann so viele Momente, die ich gar nicht alle auflisten kann. Am stärksten in Erinnerung geblieben sind vor allem die tollen Menschen, die ich kennen lernen durfte und auch der Spaß, den wir zusammen hatten. Ich erinnere mich jetzt schon gerne an die Zeit zurück, wenn ich auf die Flagge in meinem Zimmer schaue. Das waren die bisher schönsten zwei Wochen in meinem Leben!


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