Sommer, Sonne, Suspects

DSC_1121Stärkere Konkurrenz als je zuvor beim sechsten „BUM” (Beach Ultimate Mitte) – In packenden Finalspielen setzten sich mitten im Zentrum Berlins mit viel Mühe dennoch zwei alte Bekannte durch – und nicht die „üblichen Verdächtigen” Von Falko Müller.

Berlin – Pfingsten ist im Kalender jedes reiselustigen Frisbee-Spielers ein schon Monate vorher dick rot markiertes Wochenende. Traditionell findet hier das „Talampaya” in Genf statt, genau wie das Beach-Turnier „Yes but Nau” in Frankreich sowie der „Heidees-Cup” in Heidelberg. Trotz der starken Konkurrenz machten sich insgesamt 26 Open- und 9 Frauen-Teams aus sieben Nationen auf den Weg in die deutsche Hauptstadt, um neben drei Tagen hochklassigen Beach-Ultimates beim BUM mit dem Karneval der Kulturen eine der größten und buntesten Straßenparaden der Welt zu zelebrieren (Foto links: Pascal Stiehl).

Drei Tage Beach-Ultimate vom Feinsten

Bereits zum sechsten Mal luden die drei Haupt-Organisatoren, die ehemaligen Wall City-Spieler Flo Pfender, Peter und Michael Töpfer zum BUM. Was zu Turnierbeginn noch niemand ahnte: Dieses Jahr sollte die mit Abstand spannendsten und packendsten Finalspiele in der Geschichte des Berliner-Beach-Events bringen. Am Ende setzten sich die Rekordtitelträger „Zamperl” Unterföhring (bereits vierter Titel beim BUM) in der Open Division und die Berliner Damen und amtierenden Deutschen Indoor-Meisterinnen von „Jinx” (dritter BUM-Erfolg) in der Damen-Division erst im Universe Point durch.

Zuvor hatten die rund 400 Spielerinnen und Spieler aus ganz Europa an drei Tagen auf der Beach-Volleyball-Anlage in zweifacher Steinwurfentfernung von der Berliner Flaniermeile Friedrichstraße auf hohem Niveau gespielt und gefeiert. Traditionell wurden auch an diesem Jahr die Spiele am Sonntag ab etwa 16 Uhr beendet, um allen Spielern die Teilnahme am Karneval der Kulturen in Kreuzberg zu ermöglichen, bevor dann am Montag die Halbfinals und Finals ausgetragen wurden.

Pfingstmontag, Berlin, 15 Uhr: Gänsehaut auf dem Center Court

Auf vier Feldern wurde drei Tage von den 35 Teams der Sand mehrfach umgepflügt, ehe am Ende die Finalspiele stattfinden konnten: Die Lokalmatadorinnen von Jinx trafen zuerst im Damenfinale auf das Deutsche Masters Nationalteam „On Fire”. Die Damen hatten zuvor in einem Round Robin die Finalistinnen ausgespielt. In der Vorrunde hatte Jinx das Nationalteam noch verhältnismäßig deutlich geschlagen. Doch spätestens im Finale wurde klar, dass die Masters-Damen, die das Turnier auch in Hinsicht auf die anstehende WM in Japan bestritten, all ihre Routine für den richtigen und wichtigen Zeitpunkt aufgehoben hatten: Teilweise führten sie gegen die sichtlich überraschten Berliner Damen deutlich, ehe sich diese am Ende auf ihre Stärken besinnen konnten und schließlich in einem dramatischen Universe Point das 11:10 feiern konnten.

usualsFür die beiden Open Finalisten stand nun die schwere Bürde an, diesen Krimi zu toppen. Und dies gelang zweifelsohne. Nachdem sich die mehrfachen Open-Titelträger Zamperl (gemeinsam mit Aachener und Berliner Unterstützung) den Weg ins Finale gegen das letztjährige Mixed-Masters-Team (hier unter dem Namen „MEEHR” am Start) erkämpft hatten, trafen sie dort völlig unerwartet auf die üblichen Verdächtigen, besser bekannt als „Usual Suspects” (Foto rechts) – eine Mixed-Mannschaft mit hochtalentierten und erfahrenen Spielern vorwiegend aus der Schweiz und Deutschland, die aber noch im Vorjahr nur 17. wurden und mit dieser Platzierung den ausschweifenden BUM-Parties Tribut zollten.

Panzerknacker gegen abgebrühte Süddeutsche

Die Usual Suspects hatten sich zuvor im Halbfinale gegen das All-Star-Team „Sandsation” durchgesetzt und waren nun drauf und dran, ihre ganz eigene Turniergeschichte zu schreiben: In sechs Jahren hatte das Team es noch nie auch nur in die Nähe des Finals geschafft, in diesem Jahr aber die Prioritäten leicht verschoben und auf Anhieb den Sprung ins Endspiel geschafft, das nun natürlich auch gewonnen werden sollte.

Panzerknacker-Trikots und aufgemalte Masken auf der einen, wenig eingeschüchterte mehrfache Titelverteidiger aus München auf der anderen Seite: Das Finale versprach großes und konnte dieses auch halten. Nach 50 teilweise spektakulären Minuten mit 30-Meter-Overheads und Coast-to-Coast-Hucks, Lay-Out-Ds und Scoobern, die den zahlreichen Zuschauern eine tolle Show boten, fand das Finale sein verdientes und logisches Ende: Universe Point, Offence für die deutsch-schweizerischen Usual Suspects. Diese trugen die Scheibe bis zur Feldmitte ungewohnt geduldig durch den Berliner Sand, bis schließlich ein flach geworfener Swing nicht gefangen werden konnte. Ein Geschenk, das die Zamperl-Routiniers gewohnt dankbar annahmen und mit einer Vielzahl von kurzen und präzisen Pässen schließlich unter dem Applaus der Zuschauer zum 11:10 verwandelten. Das sechste BUM endete, wie es begonnen hatte: Mit Sonnenschein bis in den späten Abend hinein und 35 glücklichen Teams, von denen an diesem Tag 2 besonders glücklich den Heimweg antreten durften.



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