Das erste Frisbeesport-Highlight des Jahres

Am ersten Wochenende im Januar hat beim SSC Karlsruhe traditionell das erste Freestyle Frisbee Turnier „In den Hallen 2020“ stattgefunden. Unter den mehr als 30 Teilnehmenden waren in diesem Jahr auch mehrere aus Italien und eine Spielerin aus den USA zu Gast. Bei den offenen Paaren siegte denn auch das italienische Duo Andrea Festi und Edoardo Turri aus Rovereto (Foto: Mitte), im Coop-Wettbewerb das deutsche Trio Alex Wenger (Freiburg), Alex Leist (Heidelberg) und Harry Es (Köln).

Das Turnier fand reichlich Anklang, in Form zahlreicher begeisterter Zuschauenden und mehrerer Presseartikel, unter anderem in den Badischen Neuesten Nachrichten. Reporterin Nina Setzler würdigte die kenntnisreiche Moderation des Abteilungsleiters Christian Lamred, der auch Kinder und Erwachsene mittels X-Discs in die Action mit einband, und fasste ihre Wahrnehmung von Freestyle Disc zusammen:

„Bei der Freestyle-Spielart werfen sich zwei Menschen im Wechsel möglichst spektakulär die Frisbeescheibe zu, bringen maximale Rotation in die Scheibe und springen, rennen und drehen sich gleichzeitig.“

Erwähnt werden weiter die teils festgelegten, teils improvisierten Choreografien von vier Minuten Länge zu unterschiedlichen Musikstücken, und die vielen Möglichkeiten, die Flugscheibe zu bearbeiten:

„Dazu stupsen sie die Frisbeescheibe mit der Fußspitze, oder sogar mit dem Kopf an, lassen sie wie ein Rad in der Luft kreisen oder quer über Arme und Brust rollen. (…) Da wird die Frisbee hinterm Rücken abgefeuert oder knapp über dem Boden mit nur einem Finger gefangen und einhändig ein Rad darüber geschlagen. Oder die Scheibe wird mit dem Unterarm so hoch in die Luft katapultiert, dass Zeit für diverse Pirouetten bleibt, bevor sie wieder nach unten fällt.“

Zuletzt wird die lockere und familiäre Stimmung betont, die sehr freundschaftlich und einladend wirkte. Daneben fanden aber durchaus auch Wettkämpfe statt, und zwar auf einem sehr hohen Niveau – immerhin spielen beim SSC Karlsruhe mit Florian Hess (im Foto u.l. rechts, mit Sascha Scherzinger), Alex Leist und Christian Lamred gleich mehrere Weltmeister. Dabei wurde bei dem Turnier auch erstmals in Deutschland das neue digitalisierte Judging-System der Dachorganisation Freestyle Players Association (FPA) angewandt. Dieses wird derzeit erprobt und soll eventuell auch bei der DM 2020 eingesetzt werden.

Die Judges wählen sich mit ihren eigenen Devices ins System ein und bewerten per Knopfdruck. Daneben wurden auch die Bewertungskategorien umstrukturiert. Bisher gab es die drei getrennten Bereiche Ausführung, Schwierigkeit und künstlerischer Eindruck (Artistic Impression, AI). Execution Judges bewerten nun neben der Durchführung auch die AI-Kategorien, Musik-Choreographie, Teamwork und Form. Die komplex zu bewertende Vielfältigkeit ist aus der AI ausgelagert und wird einzeln bewertet. Die beliebte General Impression Note dürfen nun alle Judges vergeben.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich das System sehr gut bewährt. Es scheint vom technischen Aufwand her jedoch nur für größere Turniere geeignet. Doch nicht nur das Bewertungssystem hat gut funktioniert. Insgesamt gab es von allen Seiten hervorragendes Feedback. In den Finalrunden siegten nach spannenden Wettkämpfen bei den offenen Paaren: Andrea Festi und Edoardo Turri vor Alex Leist (Heidelberg) und Dylan Rocha Pires (Luxemburg) sowie vor Florian Hess (Karlsruhe) und Sascha Scherzinger (Freiburg). In der Coop-Kategorie (Foto rechts) gewannen Alex Wenger (Freiburg), Alex Leist und Harry Es (Köln) vor Edoardo Turri (Rovereto), Cotton Mc Aloon (Berlin) und Toby Künzel (München) sowie vor Adrian Röder, Simon Wassermann (beide Karlsruhe) und Francesco Santolin (Mailand). Den Spirit of the Game-Preis gewann Hauptjuror Freddy Finner aus Berlin.

Presseartikel, Fotos und Videos auf der FB-Eventseite  sowie auf der Vereins-Homepage. Dort ist auch eine Bildergalerie von Michael Chausette zu finden.


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