Das unsichtbare Band

Premiere der Filmdoku „The Invible String“ zu den Anfängen des Frisbeesports  

Berlin – Beim Filmfestival „Achtung Berlin“ hat der Dokumentarfilm „The Invisible String“ im Kino Babylon seine Premiere gefeiert. Anschließend begab sich das mit Taschenlampen ausgestattete Premierenpublikum zu einem speziellen Fotoshooting, ehe sich eine ausführliche Frisbeeparty anschloss.

Unter den Gästen der Filmpremiere waren zahlreiche Frisbeesportler. Doch nicht nur bei diesen kam der erste Dokumentarfilm über die zahlreichen Facetten des Scheibensports sehr gut an. Der Filmtitel erinnert einerseits an den Werbegag des US-Scheibenentwicklers Fred Morrison, der seinen Kunden eine unsichtbare Schnur verkaufte, an der entlang die Frisbees fliegen – die es dann umsonst dazu gab. Andererseits wird mit dem Titel auf den besonderen Zusammenhalt innerhalb der Frisbeesport-Community angespielt.

“Grundlegend beim Frisbeesport ist bis heute der Spirit”, sagt Jan Bäss, von ihm ließen sich weltweit Millionen Menschen inspirieren. Er bringt den besonderen Sportsgeist auf die Formel: „Zuerst die Gemeinschaft, dann der Wettkampf.“ Dem Flugscheiben-Weltverband WFDF gehören 55 Nationen mit mehr als 100.000 offiziell registrierten Spielern an. In Deutschland sind aktuell rund 2.300 Sportler im Deutschen Frisbeesport-Verband registriert.

Jan Bäss (39) ist Kulturwissenschaftler und Dokumentarfilmer. Er spielt seit mehr als 20 Jahren selbst Frisbee und war zwei Mal Deutscher Meister im Disc Golf. „Der Scheibensport hat mir so viel gegeben, da musste ich einen Film drüber machen“, gibt er zu seiner Motivation an. Zusammen mit Greg Marter und Michael Osterhoff hat er Veteranen in den USA und Youngster in Japan getroffen, auf dem mit mehr als 1.000 Teilnehmern größten Strandturnier der Welt im italienischen Rimini gedreht und auch die deutsche Szene beleuchtet. Beim „Paganello“-Turnier hatte es vor zwei Wochen bereits eine Vorpremiere ausschließlich vor Frisbeesportlern gegeben, die ebenfalls ein umjubelter Erfolg war.

Zudem haben die drei Autoren monatelang Archivmaterial der Pioniere der 1950-er bis 1970-er Jahre durchforstet und Legenden wie Victor Malafronte, den ersten Weltmeister von 1974, interviewt. Veteran „Crazy“ John Brooks bekennt: „Ich war süchtig.“ Und John „Friz Whiz“ Kirkland gibt Einblicke in seine Garage, in der sich eine Sammlung von 30.000 Scheiben befindet. Angefangen hat alles in den 1920-er Jahren mit runden Kuchenblechen der „Frisbie Pie Bakery“ in Connecticut, die sich Kinder und Studenten zuwarfen. Die ersten Plastikscheiben gab es 1948.

Nach der Präsentation auf Festivals weltweit wird der rund 90 Minuten dauernde Film im Herbst auf DVD erscheinen und weltweit in den Vertrieb gehen. Die Produktion des Films hat 150.000 Euro gekostet. Das Medienboard Berlin-Brandenburg hat die Produktion laut Geschäftsführerin Kirsten Niehuus mit 30.000 Euro gefördert. Am Dienstag, 24. April folgt eine weitere Aufführung ebenfalls in Berlin, um 19:15 Uhr im „FaF“.

„The Invisble String“ beim Fimfestival „Achtung Berlin“: http://achtungberlin.de/programm0/made-in-berlin-brandenburg0/dokumentarfilme/the-invisible-string/

Hintergründe zur Entstehung des Films unter http://www.theinvisiblestring.net/

21.04.2012, Tagesspiegel: „Fiese Kante“, http://www.tagesspiegel.de/berlin/fiese-kante/6536970.html

17.04.2012, berlinonline.de: „Frisbees auf der Leinwand“, http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/2470917-1210653-frisbees-auf-der-leinwand.html

17.04.2012, b2b-deutschland.de: „Frisbees auf der Leinwand“, http://www.b2b-deutschland.de/berlin/region/detail_dapd_3346609200.php

17.04.2012, rbb-online.de: „Spiegelbild einer Filmstadt: Achtung, Berlin!“, http://www.rbb-online.de/kultur/film/themen/achtung_berlin.html, darin: „So schaffte es Jan Bäss mit seinem sehr unterhaltsamen Film “The Invisible String” in den Dokumentarfilm-Wettbewerb, die Geschichte der Frisbee-Scheibe und eine Liebeserklärung an dieses sportliche Objekt der Jugendkultur.“


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