Double Disc Court: Anspruchsvoll und Corona-konform

Jan Müller kündigt 2. Westdeutsche Meisterschaft im DDC Ende August in Bielefeld an

Jan Müller, DFV DDC-Beauftragter, erläutert in der Sendung „Wie im Flug 4“ auf dem DFV Youtube-Kanal Grundregeln und Spielmöglichkeiten von DDC. Der Sport gilt als vermutlich einziges Rückpassspiel mit zwei Spielgeräten gleichzeitig. Dabei spielen zwei gegen zwei Personen auf einem Feld von insgesamt 43 Meter Länge und 13 Meter Breite. Dazu werden lediglich acht Hütchen und zwei Scheiben benötigt.

Im Laufe des Gesprächs kündigt Jan Müller an, dass das 8. Discival am 29. und 30. August 2020 in Bielefeld auch als zweite Westdeutsche Meisterschaft im DDC gewertet wird (Minute 23:40). Das Event findet wie jedes Jahr im Innenbereich der Bielefelder Radrennbahn statt, die einen ganz besonderen Flair bietet (Minute 29).

In der Sendung bewirbt er auch die Idee eines Kompakt-Overall-Turnieres, bei dem an einem Wochenende bis zu 24 Spielende alle sieben Disziplinen durchführen können (Minute 1 h 13, siehe auch overallfrisbee.de). Dabei findet das DDC-Turnier über mehrere Runden mit wechselnden Spielpartner*innen nach dem so genannten Bielefelder Systemspiel-Modus statt (Minute 33). Obwohl das Kompakt-Overall-Turnier in Bielefeld dieses Jahr abgesagt werden musste, findet nun am 10. und 11. Oktober 2020 eines nahe Stuttgart statt, das „Fein-Kost 2020“, mit nur 16 Startplätzen (siehe Minute 53).

Jan Müller fasst den zentralen Punkt des Frisbeesports DDC zusammen, wobei er das Vermeiden eines „Doubles“ (siehe unten unter Spielregeln) durch eine sogenannte „Escape“-Strategie als das Lösen einer Knobelaufgabe betrachtet (Minute 38:52):

„Eigentlich geht‘s beim DDC immer darum, die Zeit zu erschaffen, die ich brauche, um diese Knobelaufgabe zu lösen. Und das mach ich halt, in dem ich eine Scheibe „melke“, das mach ich zum Beispiel, indem ich lerne, Scheiben sehr schnell zu verarbeiten – oft für Leute, die vom Ultimate kommen, gar nicht so einfach – und hier ist klar: Wenn die zweite kommt, dann muss die erste weg.“

Zugleich empfiehlt er Ultimate-Spielenden sich im DDC zu üben. Das ist nicht nur eine gute Alternative, wenn wenige Spielende da sind, sondern hilft auch gezielt, um durch den Umgang mit einem anderen Scheibenformat mehr Flexibilität und Präzision in die Würfe zu bekommen (Minute 44:30). Zudem wird festgehalten, dass sich DDC auch sehr gut in Zeiten von Corona unter Einhaltung von Mindestabständen eignet.

Spielregeln DDC (Link zu deutschsprachiger Regelfassung)

Die Spielfelder sind jeweils quadratisch (13 x 13 m²), dazwischen liegt ein 17 Meter langer Bereich, der zum Aus gehört. Gespielt wird mit 110 g leichten, roten DDC-Scheiben. Dabei gibt es Punkte für jeden Auswurf des gegnerischen Teams sowie für jede nicht gefangene Scheibe, die dauerhaft im gegnerischen Feld bleibt. Das eigentliche Ziel ist, durch geschickte Würfe beide Scheiben zugleich in ein Feld zu befördern, sodass das gegnerische Team beide Scheiben gleichzeitig berührt. Das ist ein „Double“, der zwei Punkte zählt. Machen beide Teams simultan einen Fehler, wird kein Punkt gewertet.

Zu Beginn wird ausgelost, welches Team zuerst die Initiative hat. Dieses hat anschließend immer das Team, das zuletzt punktete. Dann werfen die beiden Partner*innen jedes Teams immer abwechselnd an, das heißt, dass immer dieselben beiden Gegenspieler*innen miteinander anwerfen. Das Team mit der Initiative zählt den Anwurf an: „Drei – zwei – eins – Wurf“. Beim Wort „Wurf“ sind beide Scheiben zu werfen. In dem Moment, wenn es eine Patt-Situation gibt, wobei jeweils eine Scheibe in jedem Feld gefangen wurde, ist es an dem Team mit der Initiative, dieses Patt durch den nächsten Wurf aufzulösen.

Im Anschluss daran ergibt sich die Möglichkeit für das Team ohne Initiative einen Angriff zu starten (siehe ab Minute 35). Dabei wird die erste Scheibe als sogenannte „Lead“ im hohen Bogen in die hintere Hälfte des gegnerischen Felds geworfen und daraufhin die zweite Scheibe als so genannter „Burn“ mit einem schnellen Wurf hinterher. Dementsprechend ergibt sich für das verteidigende Team die Einteilung einer „Back“-Person, die den Lead-Pass abfängt, und einer „Front“-Person, die an der Vorderlinie versucht den Burn-Pass zu fangen.

Beim Timing, um ein Double zu vermeiden ergeben sich drei Möglichkeiten. Die Back-Person ruft „Go“, wenn der Burn-Pass zuerst gefangen und zurückgeworfen werden kann, bevor der Lead-Pass gefangen wird. Sie ruft „Melken“, wenn sie den Lead-Pass zuerst fangen und zurückwerfen kann (d.h. dass der Fang des Burn-Passes verzögert werden soll). Oder sie ruft „Tipping“, wenn beide Pässe zugleich ankommen. Dann tippt sie die Lead-Scheibe, währenddessen der Burn-Pass gefangen und zurückgeworfen werden kann.


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