WUGC 2016: Tag 5 – Donnerstag

Nachdem es die Nacht zum Donnerstag durchregnete, waren die meisten Plätze und auch viele Zufahrtswege geflutet. Da es in den Tagen zuvor schon immer mal wieder geregnet hatte, war der Boden wahrscheinlich schon zu nass und konnte die großen Wassermaßen einfach nicht mehr aufnehmen. Frühmorgens ging die Kommunikation an alle Spieler und Zuschauer raus, dass die Spiele zunächst alle verschoben oder abgesagt sind. Nach und nach wurden die Teams aus den Top 8 benachrichtigt, dass ihre Spiele noch stattfinden würden. Auf dem Gelände wurden nur noch zwei von 25 möglichen Feldern bespielt.

Volunteers waren gezwungen den deutschen Fans den Einlass zum Gelände zu verwehren.
Volunteers waren gezwungen den deutschen Fans den Einlass zum Gelände zu verwehren.

Bis auf die Teams und deren Betreuer, die ihre Viertelfinal-Duelle austragen durften, waren neben den Turnierorganisatoren und Volunteers keine Zuschauer auf dem WUGC-Gelände erlaubt. Die anderen Teams mussten in ihren Unterkünften bleiben und erhielten auch keinen Shuttle-Service. Inhaber der knapp 1000 verkauften Zuschauer-Karten erhielten ebenfalls keinen Zugang zum Gelände und durften sich keine Spiele ansehen. Immerhin wurden einige der Kameras von den Showcase-Fields zu den bespielbaren Feldern befördert, um einen Teil der Spiele im Livestream übertragen zu können.

Aufgrund der Spielabsagen waren nur zwei deutsche Teams im Einsatz. Die deutschen Damen bestritten ihr Viertelfinale gegen Kolumbien und das Open-Nationalteam spielte ebenfalls das Viertelfinale gegen Kanada.

Damen

Die deutschen und kolumbianischen Damen reisten teilweise sogar im gemeinsamen Bus zu den Spielfendern an, nachdem es frühmorgens eine Mail gab, dass man sich schnellstmöglich bereit zur Abreise machen sollte. Frühstück musste von eifrigen Volunteers an der langen Schlange vorbei geschleust werden. Nach der gemeinsamen Ankunft war nur ein kurzes Warm-Up möglich, da der Zeitplan auf den bespielbaren Feldern maximal eng getaktet war. Dies sollte das Spiel aber in keinster Weise beeinflussen. Vom ersten Punkte an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, dass jederzeit zu Gunsten beider Teams hätte ausgehen können.

Die deutschen Damen starteten selbstbewusst und ließen sich von der schnellen und energiegeladenen Spielweise der Kolumbianerinnen nicht einschüchtern. Leider schlichen sich in der ersten Halbzeit aber auch einige unnötige Fehlwürfe ein, die aber sicherlich auch mit der schlauen kolumbianischen Switch-Defense zu begründen waren. Zwei dieser Fehler konnten sie zu Breaks nutzen, weshalb sie mit 7:8 zur Halbzeit in Führung lagen. Diese zwei Breaks sollten das DNT im Spielverlauf noch teuer zu stehen kommen. Die zweite Halbzeit lief man dem Rückstand hinterher und konnte die Lücke nie mehr ganz schließen. Die Kolumbianerinnen gewannen das Spiel mit 12:15.

DNT in der Halbzeit gegen Kolumbien
DNT in der Halbzeit gegen Kolumbien

Die deutschen Damen lieferten im Viertelfinale der WUGC 2016 eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Gegen Kolumbien wurde bewiesen, dass sie mit den besten der Welt mithalten können, auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat. Die kolumbianische Offensive-Line war einfach zu dominant und konnte selten wirklich gestoppt werden. Dazu muss man sagen, dass sie mit einer sehr engen Rotation spielten und gefühlt immer dieselben 8-9 Kolumbianerinnen die O-Line stellten. Diese perfekt eingespielte Kombination war einfach zu viel für die Defense der Deutschen. Ob, wie, wo und wann die Spiele um den 5. Platz noch ausgespielt werden, wird erst im Laufe des Abends bekannt gegeben.

Open

Durch ihre Niederlage im Crossover gegen GB hatte die deutsche Open-Nationalmannschaft im Viertelfinale mit Kanada einen der Titelfavoriten vor der Brust. Diese hatten ihren Pool dominiert und sahen das  Viertelfinale wahrscheinlich nur als Durchgangsstation ihrer Medaillenambitionen, doch mit den Deutschen wartete eine Überraschung auf sie. Der Spielverlauf ähnelt durchaus dem des Damen-Spiels: Die Inside Rakete-Spieler ließen sich von den großen Namen im kanadischen Team nicht beeindrucken und spielten in ihrer eingespielten Offense-Line ihr System runter. Die Kanadier warfen sich zwar so gut wie jeder Scheibe hinterher, standen aber meist mit leeren Händen da. Die Deutschen hatten vergleichsweise einfache Matchups in den Pool-Phasen, weshalb die eigenen Schlüsselspieler größtenteils noch ausgeruht waren. Daher konnte eine engere Rotation gefahren werden, um den Kanadiern in jedem Punkt das bestmögliche Spiel zu bieten. Einige Breaks der Kanadier sorgten in der ersten Halbzeit dann trotzdem für die knappe 6:8 Halbzeit-Führung, weshalb die Open-Spieler wie die Frauen einem Rückstand hinterherliefen. In Hälfte zwei wurde größtenteils getradet und die Kandier gewannen das Spiel mit 12:15.

Trotz der Niederlage hat auch Inside Rakete es geschafft, sich ehrenvoll aus dem Turnier zu verabschieden. Coach Stefan Rekitt sagte nach dem Spiel, dass er sehr stolz auf seine Spieler ist, da sie das Turnierziel – das Erreichen des Viertelfinals und dort ein gutes Spiel mit realistischen Siegchancen – absolut erreicht haben. Für die nächsten Jahre sieht er das Team auf dem richtigen Weg, da auch aus den Junioren-Nationalteams immer mehr vielversprechende Spieler nachkommen. Das nächste Ziel ist es nun, weitere internationale Erfahrung zu sammeln und die Lücke zu den Top-Nationen zu schließen.

Das Spiel wurde live übertragen und kann unter folgendem Link immer noch abgerufen werden: http://livestream.com/accounts/3823519/events/5661501

 


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