Erfolgreiche WFDF-Jahresversammlung

Sportpolitische Spitzenversammlung der Flying Disc-Verbände aus aller Welt in Frankreich

Am Rande der Beach Ultimate-WM im französischen Royan hat Ende Juni 2017 die Jahresversammlung des Flugscheiben-Weltverbandes WFDF (World Flying Disc Federation) stattgefunden. Dabei kamen unter der Teilnahme von Vertretern mehrerer Dutzend Nationen vor allem sportpolitische Themen zur Sprache, vor allem bezogen auf den Teamsport Ultimate.

Für Deutschland nahm Johannes Schöck, Mitglied des DFV Ultimate-Vorstands und Vorsitzender des SOTG-Komitees an der mehrstündigen Sitzung teil. WFDF-Generalsekretär Volker Bernardi berichtete über die anhaltenden Bemühungen weitere Nationenverbände als Mitgleider zu gewinnen. Mit der Zahl von 75 nationalen Mitgliedsverbänden ist eine Hürde genommen, die das IOC als Voraussetzung für eine mögliche Aufnahme ins olympische Programm setzt. Rund zwei Dutzend weiterer Verbände befinden sich in der Warteschleife. Dabei ist es wichtig, dass kontinuierliche Disc-Aktivitäten in den jeweiligen Ländern stattfinden.

Weiter betonte der Weltverband die vom IOC vorgegebenen organisatorischen Anforderungen an Kontinentalverbände und nationalen Verbände, die möglichst alle Discsportarten unter einem Dach vereinen sollen, wie es auch in Deutschland der Fall ist. Die Tendenz sich aufzuspalten wurde als äußerst kontraproduktiv vor allem in Hinblick auf olympische Bemühungen bezeichnet. Auf die Frage, warum überhaupt eine Annäherung ans olympische Programm verfolgt wird, wurden verschiedene Gründe angeführt. Flying Dsic-Sportarten passen eins zu eins zu den neuen Anforderungen IOC Agenda „Sustainability, Credibility, Youth“. Zudem haben Olympische Spiele die mit Abstand die größte mediale Aufmerksamkeit für Sportarten überhaupt. WFD rechnet sich gute Chancen aus für die einmalige Aufnahme ins olympische Programm als „additional sport“ 2024 oder 2028 in Los Angeles und Paris

Zum Thema Jugend ist für das IOC einerseits ein etabliertes Programm internationaler Meisterschaften im Juniorenbereich wichtig. Andererseits punkten hier Sportarten, die bei der Jugend im Internet gut ankommen. Ultimate hat hier eine extrem hohe Reichweite, was auch das Interesse des  „Olympic Channel“ an Filmmaterial von Ultimate belegt. Bei der Beach Ultimate-WM wurde mit 120 live gestreamten Spielen eine neue Marke gesetzt mit Live-Präsenz im Netz, auf mehreren, meist kostenfreien Kanälen.

In Sachen „Credibility“ hat der Flugscheibensport durch seine Grundwerte des „Spirit of the Game“ die Chance, als gutes Vorbild in Sachen Ehrlichkeit, Umgang miteinander und Glaubwürdigkeit zu agieren. Zum Thema Nachhaltigkeit wurden Beispiele diskutiert, die Turnierausrichtende leisten können. Dazu zählen: eigene Flaschen zum Nachfüllen mitbringen, dazu Wasserleitungen an die Felder legen, Mitfahrgelegenheiten bilden, Essensüberreste abzugeben anstatt wegzuwerfen zu werde. Vieles davon hat die WBCU 2017 bereits umgesetzt. WFDF hat dazu erstmals mit Johanna von Toggenburg auch den Posten eines Sustainability Officer besetzt.

Weiterhin wurden einige internationale Events benannt, v.a. so genannte „Multisports Events“, bei denen Ultimate vertreten ist. Im Ticketverkauf für die anstehenden World Games in Polen liegt Ultimate aktuell auf Rang zwei. Zusammen mit Freestyle ist Ultimate als Einladungssport bei den Youth Olympic Games 2018 in Buenos Aires vorgesehen (Umfang noch unklar). Der Teamsport wird auch vertreten sein bei einer WM für reine Schul-Teams Mitte 2019 in Le Mans, Frankreich sowie bei den World Master Games 2021 in Tokio. Im selben Jahr wird die nächste WCBU 2021 aufgrund des Wachstums vermutlich abgespaltene Masters-Divisionen haben. Aus demselben Grund wird vermutlich bereits ab der WUGC 2020 eine Qualifikation für Ultimate-WMs notwendig. Zuletzt wurde der WFDF auch in den internationaler Universitätssportbund FISU aufgenommen.


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