Frisbeesport-Nachrichtensplitter fünf, August 2020

Wiebke Jahn und Kevin Konsorr dominieren 15. Ostpark Open

Bei den 15. Ostpark Open in Rüsselsheim haben Wiebke Jahn (Helmstedter TV) und Kevin Konsorr (DG Friends Dortmund) deutliche Siege eingefahren. Wiebke Jahn gewann bei den Frauen mit 197 Würfen (+8), mit zehn Wurf Vorsprung auf Jasmin Milzetti (FSV AL Darmstadt, 207) und weiteren drei auf Christine Hellstern (DG Baden-Baden, 210). In der Open Division siegte Kevin Konsorr mit herausragenden minus 40 (149 Würfe) vor dem Lokalmatador Tobias Pfeifer (SV Scheibensucher Rüsselsheim, 166) und dem amtierenden Deutschen Meister Fabian Kaune (Das Eulennest DGC Peine, 168). Bei den Junioren gewann Philipp Horstmann (DG Lüdighausen, 194) vor Jannick Ahlvers (SV 1860 Minden, 204) und Sven Dönges (SV Scheibensucher Rüsselsheim, 212). In den Altersklassen gab es zweimal zwei zweite Plätze: Bei den Masters über 40 gewann Alexander Müller (DG Guerilla Augsburg, 177) vor Jürgen Palme (Feldrenner Discsport Mainz) und Frank Brügmann (Tee-Timers DG Wolfenbüttel, beide 190), bei den Grandmasters Ü50 siegte Matthias Lehn (FSV AL Darmstadt, 181) vor Klaus Kattwinkel (DG Deutschland) und Wolfgang Kraus (SV Scheibensucher Rüsselsheim, beide 183).

Ausblick auf deutsche Disc Golf-Turnierlandschaft 2023

Wolfgang Kraus, Sportdirektor der DFV Disc Golf-Abteilung, hat in der Youtube-Liveshow des DFV „Wie im Flug 6“ einen weiteren Ausblick auf die Entwicklung der deutschen Disc Golf-Turnierlandschaft gegeben (beginnend ab Minute 28). Der Abteilungsvorsitzende Stephan Mesel hatte bereits in der „Wie im Flug“-Sendung 3 die Entwicklung bis 2021 dargestellt (siehe die Meldungen aus dem Juli 2020). Ab 2021 laufen etwa 15 zweitägige Turniere unter der German Disc Golf Tour (GDGT), daneben bestehen zwei Disc Golf Serien Nord und Süd mit etwa jeweils 20 eintägigen Turnieren. Für die weitere Zukunft erklärt Wolfgang Kraus (ab Minute 33):

„Für 2023 haben wir vor, die German Disc Golf Tour (… bedeutet die B-Turniere und höher) nochmal zu trennen, wie es jetzt mit den C-Turnieren schon passiert. Ab 2023 spalten wir also auch die Zweitagesturniere in Nord und Süd und es soll als Pendant zur DM ein Finalturnier etabliert werde, das dann im Frühjahr des Folgejahres gespielt wird.“

Darüber hinaus sollen die Altersklassen 40 plus eine eigene Turnierserie erhalten, und die Disc Golf Serien sollen von zwei auf drei erweitert werden auf Nord, Mitte und Süd.

Aufforderung zu mehr Basisarbeit in deutschen Disc Golf-Vereinen

In der Youtube-Liveshow des DFV „Wie im Flug 6“ hat Wolfgang Kraus, Sportdirektor der DFV Disc Golf-Abteilung, Kritik an der vorherrschenden Trainingseinstellung im Disc Golf-Sport geübt. Meistens träfen sich Leute, die lediglich gemeinsam auf eine Runde gehen. „Das ist aber alles andere als Training“, erklärt er (etwa ab Minute 46). Vielmehr fordert er (ab Minute 44):

„Wir brauchen Leute, die niederschwellige Angebote machen, regelmäßige Angebote, auf allen Kursen, wenigstens einmal die Woche, irgendeine Art von Trainings-Anleitung anbieten. Das heißt da ganz klar der Appell an die Vereine: Bildet Trainer aus oder Instruktoren. Bildet Leute aus, die einfach da sind für andere und die Spaß dabei haben.“

Weiter appellierte er an die Vereine, sicher vermehrt um Jugendarbeit zu kümmern, was er für seinen Heimatverein in Rüsselsheim ebenfalls plant:

„Das muss man auch wollen. Die Junioren laufen einem nicht zu. (…) Und wenn wir die Junioren und Juniorinnen ansprechen, wenn wir sie einladen mit uns gemeinsam in diesen Sport hineinzuschnuppern, dann müssen wir sie so nehmen wie sind und wir müssen sie betreuen und wir müssen ihnen auch was geben, nämliche verlässliche Betreuung und empathische Leute um sie herum. Dann kommen sie auch wieder.“

Aktuelle Overall-Bestenlisten online verfügbar

Nachdem mit einem Kompakt-Overall-Format seit 2018 die Tradition der Overall-Competition im Frisbeesport wiederbelebt wurde (KO Köln 2018, KO Bielefeld 2019, KO Stuttgart am 10. und 11. Oktober 2020), können vergleichbare Ergebnisse dieser Wettkämpfe nun auch online eingetragen werden. Dafür hat Jan Müller aus Bielefeld gesorgt, DFV DDC-Beauftragter und Entwickler des Kompakt-Formats. Auf der von ihm betriebenen Seite overallfrisbee.de hat er auf der Unterseite /field-events entsprechende Bestenlisten angelegt. Gut vergleichbar sind insbesondere die Disziplinen, die absolute Werte hervorbringen: Weitwurf, Accuracy (Treffen eines Tors mit jeweils vier Würfen von sieben Stationen aus) sowie die selbstgefangenen Würfe MTA (Maximim Time Aloft) und TRC (Throw, Run and Catch). Für jeden Rekordversuch sollen wenigstens drei Personen vor Ort sein (neben derjenigen Person, die den Versuch unternimmt, wenigstens zwei weitere Zeug*innen). Neue Meldungen bitte an Jan Müller schicken, per Mail an info[at]overallfrisbee.de, unter Angabe des Namens, des zugehörenden Vereins, der Leistung und des Datums. Die ältesten bekannten deutschen Rekorde im MTA stammen von Hartmut Wahrmann mit 12,2 Sekunden aus dem Jahr 1982 und von Thomas Pelkowski mit 12,83 Sekunden aus dem Jahr 1983. Der Deutsche Rekord im Accuracy liegt bei 21 Treffern, erzielt 1986 und 1987 von Hartmut Wahrmann und eingestellt 1988 von Torsten Görke. Die Entwicklung des Deutschen Rekords im Frisbee-Weitwurf ist hier zu sehen.


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